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Dreikönigenschrein im DomDie Schmuckmadonna wird gründlich gereinigt

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Hildegard Stocksiefen arbeitet als Metallrestauratorin in der Dombauhütte und reinigt zurzeit das Rokokogitter.

Es ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, den die Füssenicher Madonna übernehmen muss. Im Grunde zwar nur ein Vertretungsjob, aber eben nicht für irgendwen. Sie steht nun anstelle der beleibten Schmuckmadonna am Dreikönigenschrein im Nordquerhaus des Doms. Denn die Schmuckmadonna musste mal weg – zur gründlichen Reinigung. Zudem wird auch das prächtige Rokokogitter des Altars gereinigt. Ein Gitter, an dem einst kein Pilger vorbeikam.

Behutsame Annäherung

Es braucht ein Tuch, einen Finger und viel Hingabe. Hildegard Stocksiefen ist Metallrestauratorin in der Dombauhütte. Sie geht gerade eine sehr intensive Verbindung mit dem vergoldeten Bronzegitter aus dem Jahr 1768 ein, das mit Muschelornamenten, Sternen, Blüten sowie den Kronen und den Namen der Heiligen Drei Könige verziert ist. Jedem Quadratzentimeter nähert sich die Expertin behutsam. Nachdem Stocksiefen das Rokokogitter gereinigt hat, wird es mit einem mikrokristallinen Wachs konserviert.

Das Rokokogitter

Ursprünglich ermöglichte das Gitter den Blick auf den Dreikönigsschrein, der vom 17. Jahrhundert an bis 1864 in einem barocken Marmormausoleum in der Achskapelle des Domes stand. Dessen vom Stern von Bethlehem bekrönte Fassade wurde 1920 zum Dreikönigenaltar umgebaut. Bis zum Zweiten Weltkrieg ermöglichte das beim Umbau nach oben verlängerte Gitter auch hier den Blick auf den in der dahinter gelegenen Schatzkammer stehenden Schrein. Oberhalb des Gitters ist ein Relief eingelassen, das die Anbetung der Heiligen Drei Könige zeigt.

Bereits Anfang März war der Dreikönigenaltar gereinigt worden. Dabei wurden alle Natursteinflächen und die Metallausstattung einer behutsamen Trockenreinigung unterzogen.

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Zurzeit werden neben den Gittern auch die aus dem späten 17. Jahrhundert stammende Schmuckmadonna selbst und ihre Gewänder einer Reinigung unterzogen. Das ist die Chance für die Füssenicher Madonna, mal in ein größeres „Rampenlicht“ zu rücken. Wenn die öffentliche Aufmerksamkeit durch Corona auch auf ein Minimum begrenzt ist. Die um 1300 entstandene, aus Füssenich stammende Madonna wurde dem Dom von Domkapitular Alexander Schnütgen geschenkt und 1908 von Wilhelm Mengelberg in den neuen Altar der Achskapelle integriert. Der Fuß Mariens ruht auf einem kleinen Drachen. Er symbolisiert das durch Christus überwundene Böse und bezieht sich auf Psalm 91: Du schreitest über Löwen und Nattern, trittst auf Löwen und Drachen.