Köln – Er war mit einem Flixbus auf dem Weg von Düsseldorf nach Mailand. Der Auftrag des 29-Jährigen: Einen schwarzen Rucksack mit rund fünf Kilogramm Kokain in die norditalienische Stadt zu bringen und dort an einen Mittelsmann zu übergeben. Der Verkaufswert des Kokains auf der Straße hätte geschätzt rund 300.000 Euro betragen. Doch um 18.30 Uhr am 12. Februar 2019 endete am Zentralen Omnibusbahnhof am Köln-Bonner-Flughafen die Fahrt für den 29-Jährigen. Zollbeamte kontrollieren den Italiener, der nach Entdeckung der Drogen in Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Ossendorf verbracht wurde.
Am Donnerstag hat das Strafverfahren gegen den Mann wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge begonnen. Gleich zu Beginn legte der aus Kalabrien stammende Italiener ein Geständnis ab. „Ich bereue meine Tat aufrichtig. Ich werde mich nie mehr auf so was einlassen“, ließ der Mann über seinen Verteidiger mit. Hintergrund der Kurierfahrt seien Spielschulden in Höhe von 1500 Euro gewesen, die er wiederholt nicht habe begleichen können. Die Identität des Gläubigers wollte der Angeklagte vor Gericht aber keinesfalls preisgeben. Überhaupt, so der Mann, sei eine Aussage vor Gericht riskant. „Ich gefährde nicht nur mich damit, sondern auch meine Familie“, erklärte der 29-Jährige. Auch er selbst sei bedroht worden: „Wenn etwas fehlt, dann schneiden wir dir beide Hände ab“, habe der Mann zu ihm gesagt.
Ihm sei zugesichert worden, dass mit der Kurierfahrt seine Schulden getilgt seien. Was er transportierte, habe er nicht gewußt. Erst als er im im Bus gesessen habe, habe er heimlich in die Tasche geschaut. Als schließlich die Beamten den Bus betreten hätten, sei er sehr nervös gewesen. „Ich glaube, die haben mir das angesehen“, sagte der Beschuldigte.
Der Prozess ist mit drei Verhandlungstagen terminiert.
