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Durch den Äußeren GrüngürtelWanderweg rund um Köln ausgeschildert

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Die grüne Lunge Kölns kann jetzt mit Hilfe von Schildern vollständig durchwandert werden. (Fotos: Belibasakis)

Linksrheinisch läuft noch alles in geordneten Bahnen. Rechtsrheinisch muss schon mal der eine oder andere Haken geschlagen werden. In Mülheim brauchte es gar Fährtensucher. Doch den 63 Kilometer langen Wanderweg rund um Köln durch den Äußern Grüngürtel muss bald keiner mehr fürchten. Auch von ungeübten Wanderern kann er in Kürze gemeistert werden. Denn er wird in diesen Tagen mit rund 2500 Wegweisern ausgeschildert. Die Kölner Grün Stiftung hat in Zusammenarbeit mit dem Amt für Grünflächen den Auftrag dafür an den Sauerländischen Gebirgsverein erteilt. Damit ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg entstanden, auf den sich die Grün Stiftung im Jahr 2008 gemacht hat – mit dem Ziel, die Zukunft des Äußeren Grüngürtels Kölns zu sichern.

„In zehn Tagen hängen die alle, woll“

Vor sieben Jahren hat die Kölner Grün Stiftung beschlossen, das Projekt „Grüngürtel: Impulse 2012“ ins Leben zu rufen. „Am Anfang stand eine Bestandsaufnahme“, sagte Beatrice Bülter, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung. Das Ergebnis: „Der Grüngürtel ist ein herausragendes ökologisches Denkmal.“ Der Bestandsaufnahme folgte eine intensive Befragung der Grüngürtel-Anrainer. Wie soll sich der Grüngürtel entwickeln? „Auf der Prioritätenliste stand ein Wanderweg rund um Köln durch den Grüngürtel ganz oben“, sagt Bülter.

Einen solchen Weg zu finden und ihn in eine Wanderkarte zu fassen, war kein großes Ding. „Im linksrheinischen Süden ist er zum Teil identisch mit dem Kölnpfad, ausgeschildert vom Eifelverein“, sagt Joachim Bauer, stellvertretender Leiter des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen. Rechtsrheinisch kam es dann zu den schon erwähnten Haken. Und in Mülheim musste die Route regelrecht neu gesucht werden. Doch das alles ging Bauer leicht von der Hand. So war die Wanderkarte schon vor einem Jahr fertig.

Nicht ganz so flott ging es mit der Beschilderung. Wer Schilder im deutschen Wald anbringen will, muss sich erst einmal durch Paragrafendschungel schlagen. Damit neben der Wegemarkierung G1 auch das für den Wanderweg entworfene Logo prangen kann – ein grünumrandeter, stilisierter Dom mit dem Schriftzug „Mein Grüngürtel. Rundweg“ – mussten Genehmigungen eingeholt werden. Rund ein Jahr hat es dafür gebraucht.

Doch nun sind alle Hürden genommen kann, Bernd Meiser mit seiner Arbeit beginnen. Er ist professioneller Wegeausschilderer im Dienste des Sauerländischen Gebirgsvereins. Eigentlich wäre der Eifelverein für Wanderwege in Köln zuständig. Doch dort arbeiten nur Ehrenamtler. Die konnten die Arbeit, einen rund 63 Kilometer langen Rundweg auszuschildern, nicht übernehmen. Also wurde Schützenhilfe im Sauerland eingefordert. Die 1800 Euro, die der Gebirgsverein dafür bekommt, zahlt die Stiftung. Das erste Schild hat Meiser gestern am Decksteiner Weiher in der Nähe des Hauses am See angebracht. Weitere 2500 führt er bei sich. „Ich denke, spätestens in zehn Tagen werden alle Hängen, woll“, sagt er.

Später sollen an dem Rundweg noch Hinweistafel angebracht werden, die auf interessante Sehenswürdigkeiten abseits des Weges hinweisen. Auch eine Wander-App ist in Arbeit. Und was ist mit G2? „So könnte ein Wanderweg durch inneren Grüngürtel heißen“, sagt Bülter. „Aber das ist noch Zukunftsmusik.“