Köln – Das Carlswerk ist um einen Nutzer reicher und damit zu 65 Prozent vermietet. Wie die Beos AG als Eigentümerin des Gewerbeparks gestern mitteilte, wird das Telekommunikationsunternehmen Telefonica die Kölner Niederlassung seiner Marke O2 von Porz nach Mülheim verlegen und mit 140 Mitarbeitern das ehemalige „Drahtlager“ beziehen. Zu diesem Zweck wird die Industriehalle aufwendig umgebaut: Eine Zwischenebene wird eingezogen und in der Mitte ein Atrium errichtet, das der zentralen Erschließung des Gebäudes dienen soll.
Im Jahre 1874 durch den Drahtseil- und Kabelhersteller Felten und Guilleaume (heute NKT Cables) gegründet, hat das Carlswerk in Mülheim seit Januar 2008 mit der Beos AG einen neuen Eigentümer. Nach dem schrittweisen Rückzug des früheren Hauptnutzers NKT Cables werden die historischen Industriegebäude Zug um Zug revitalisiert. Ein kleiner Teil der Flächen wird nach wie vor von NKT Cables genutzt, 45 000 Quadratmeter von insgesamt 110 000 Quadratmetern Mietfläche hat Beos aber schon an andere Unternehmen vermietet.
Fast drei Dutzend anderer Unternehmen sind in den 20 Häusern und Hallen auf dem 130 000 Quadratmeter großen Areal zu Hause, darunter der Verlag Bastei Lübbe, die Werbeagentur Wunderman, die Deutsche Post, die Inovex GmbH, das Medienunternehmen Shine Germany, die KHD Humboldt Wedag GmbH, aber auch die Bühnen der Stadt, die während des Umbaus am Offenbachplatz Kostümwerkstätten, Fundus sowie das Schauspiel mit zwei Bühnen und insgesamt 800 Plätzen nach Mülheim verlagert haben. Auch verschiedene Gastronomiebetriebe und ein Yoga-Studio gehören zu den Mietern.
O2-Managerin Heike Binnenbrücker begründet den Umzug mit der geplanten Umsetzung eines „Open Space“-Konzeptes, das in flexiblen Bürolofts eine vernetzte, teils ortsungebundene Arbeitsweise fördern soll. Die O2-Mitarbeiter in Mülheim planen und bauen Mobilfunkstationen, um die Netzversorgung herzustellen. Wichtig sei für O2 auch die Möglichkeit gewesen, sich bei Bedarf vergrößern zu können.
Etwa 75 von geplanten hundert Millionen Euro hat Beos laut Vorstand Dr. Stephan Bone-Winkel in das Carlswerk investiert, dessen Umwandlung in zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein soll.
