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Diebstahl in Bickendorf„Aktion Nachbarschaft“ wird Bus aus Tiefgarage geklaut

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Ein weißer Transporter mit der Aufschrift „Aktion Nachbarschaft“ steht auf einem Parkplatz.

Das ist der Bus der Aktion Nachbarschaft, der gestohlen wurde. 

Der Verein Aktion Nachbarschaft in Bickendorf wurde zum Opfer eines dreisten Diebstahls. Unbekannte klauten den Schlüssel und entwendeten den Bus der Organisation. 

„Traurig“- und „wütend“-Emojis auf Facebook, Kommentare wie „Das kann man kaum glauben“ und „Dicke Umarmung“ auf Instagram: Nach dem Diebstahl ihres Ford Transit vor wenigen Tagen hatten Mitarbeiter des Vereins „Aktion Nachbarschaft“ die schlechte Nachricht umgehend in den sozialen Medien gepostet, und die Reaktionen waren eindeutig. Christian Baack, Geschäftsführer des Vereins, der sich für benachteiligte Menschen in Bickendorf, Bocklemünd und Müngersdorf einsetzt, teilt diese Ratlosigkeit: „Man sollte überhaupt keine Menschen beklauen, aber wenn, dann bestimmt keinen gemeinnützigen Verein, der ohnehin kein Geld hat.“

Diebe drangen in Büroräume am Ossendorfer Weg ein

In der Nacht von Freitag, 11. September, auf Samstag, 12. September, waren die Täter in die Büroräume des Vereins im ersten der Y-Häuser am Ossendorfer Weg eingedrungen, hatten Schränke aufgebrochen und den Schlüsseltresor von der Wand gehebelt. „Den haben sie aber nicht an Ort und Stelle aufgebrochen, das hätte Spuren hinterlassen“, meint Baack, der am Samstagvormittag von einer Reinigungskraft informiert worden war und sich gleich zum Tatort begab. Nach der Öffnung des Tresors, in dem rund 40 Schlüssel verwahrt wurden, so Baack weiter, seien die Täter dann sehr zielgerichtet vorgegangen. Sie entnahmen den Wagenschlüssel und holten den Vereinsbus aus der Tiefgarage gegenüber. An Beschaffungskriminalität von verzweifelten Drogenkranken glaubt der Geschäftsführer nicht: „Das waren Leute, die sich hier auskannten.“

Ein Mann im schwarzen Poloshirt lehnt an einer Hauswand.

Christian Baack hat derzeit mit den Folgen des Diebstahls alle Hände voll zu tun.

Außer dem Schlüsseltresor und dem Kleinbus entwendeten die Täter die Kasse mit rund 2000 Euro Bargeld: Spendengelder, Einnahmen aus dem Fahrradbüdchen und die gesammelten 1-Euro-Beiträge von Gästen der Tafel. Der Verein sei gut versichert, auch die nun notwendige Auswechslung der Schlösser an den sechs Standorten des Vereins, an Eingangstüren, Schränken, Lastenrädern, auch an der Tiefgarage, die der GAG gehört, sei abgedeckt, sagt Christian Baack. Mit dem Kleinbus sei es etwas komplizierter, er habe noch keinen Überblick, ob Verkehrswert oder Wiederbeschaffungswert erstattet wird. 

Transporter für Pavillons und Tische

„Dabei hatten wir den gerade abbezahlt, nachdem wir fünf Jahre lang monatlich 350 Euro abgestottert hatten“, berichtet Baack. Die mittlerweile verstorbenen einstigen Vorstandsmitglieder Udo Hanselmann (SPD), zuletzt stellvertretender Bezirksbürgermeister von Ehrenfeld, und Ralf Klemm, sportpolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, hatten seinerzeit den Kauf als Bürgen ermöglicht, großzügige Spenden von der GAG und der Fernsehlotterie kamen hinzu. „Das hat natürlich eine emotionale Dimension“, sagt Baack. „Aber daneben ist der Bus auch unser wichtigstes Werkzeug.“ Senioren und Kindern ermöglicht er Ausflüge in die Umgebung, bei Stadtteilfesten dient er dazu, Bierpavillons und Tische zu transportieren.

Immerhin haben die Posts in den sozialen Medien bereits zu einer Spur geführt. „Am Samstagmorgen ist der Bus offensichtlich auf einem Parkplatz in Nippes gesehen worden. Eine Frau meldete sich und fragte, ob wir zwei davon haben“, erzählt der Geschäftsführer. Erkennbar sei der Bus mit dem Kennzeichen „K – AN 4861“ an dem auffälligen Aufkleber der Fernsehlotterie und am Logo der Aktion Nachbarschaft. „Der Aufkleber der Fernsehlotterie ist leicht zu entfernen, unser Logo hinterlässt zumindest Kratzspuren“, so Baack.

Ärgerlich sei nun vor allem, dass der Einbruch und die Beseitigung seiner Folgen personelle Kapazitäten binde, die der Verein nicht habe. Baack kann sich immerhin mit einigen „positiven Nebeneffekten“ trösten: Die Nachbarschaft sei enger zusammengerückt, von allen Seiten gebe es Unterstützung, die Spendenbereitschaft habe zugenommen. Gute Menschen gibt es schließlich auch noch, etwa den Transportunternehmer aus Elsdorf. Er hatte einen Beitrag in der Lokalzeit des WDR über den Diebstahl gesehen und stellt dem Verein nun umstandslos einen Fiat-Kleintransporter auf unbestimmte Zeit zur Verfügung, wie Christian Baack erzählt: „Ich bin hingefahren, er hat mir den Schlüssel in die Hand gedrückt und gesagt: ‚Wir telefonieren.‘“