Die Ahl Kamelle-Band feierte den ersten Abend ihrer Kneipentour in Bickendorf. „Woröm solle mer ald en de Heija jonn?“, lautet das Motto.
„Ahl Kamelle“Mitsingband startet Tour in Köln-Bickendorf

Die Ahl Kamelle Band bei der Premiere zur Kneipentour 2026 in der Zimmermanns Jassweetschaff
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Sie sind wieder op Jöck, die „Ahl Kamelle“-Band von der Mitsinginitiative „Loss mer singe“. Die diesjährige Kneipentour startete in der ausverkauften Bickendorfer Jassweetschaff Zimmermanns.
Erinnert werden soll mit dem Titel „Woröm solle mer ald en de Heija jonn?“ an Willi Ostermann, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr in Köln groß gefeiert wird. Bis Ende November zieht die Sechs-Mann-Kapelle mit handgemachter Live-Musik durch Kölns Kneipen und Brauhäuser, präsentiert in ihrem elften Musikprogramm bekannte und weniger bekannte Songs aus mehr als einhundert Jahren kölscher Musikgeschichte. Ahl Kamelle, also Lieder, die mindestens 30 Jahre alt sind, werden im Programm „neu jelötsch“ vorgestellt.
Ostermann sei der erste Popstar der rheinischen Musikszene
Kai Hilski, der mit Thomas „Acki“ Ackermann durch den zweieinhalbstündigen Abend führte, bezeichnete Ostermann als den ersten Popstar der rheinischen Musikszene. „Der hat schon vor mehr als einhundert Jahren die Kölner Musiklandschaft auf den Kopf gestellt.“ Mit einem Medley beliebter Ostermann-Lieder würdigte die „Ahl Kamelle“-Band den Kölner Humoristen und Liedermacher. Angefangen mit „Däm Schmitz sing Frau es durchgebrannt“, über „Die Mösch“, dem „Rheinlandmädel“ und dem beliebten „Heimweh nach Köln“ schunkelten und klatschten sich die Mitsingfans mit und ohne Mitsinghilfe durchs Programm.
„Ostermann: ja oder nein“, hieß es bei einem Quiz, bei dem das Publikum entscheiden musste, ob Liedtitel wie „Die Hüsjer bunt om Aldermaat“ von ihm stammen oder nicht. Der Fall war klar, die Frage zu einfach. Gerhard Jussenhoven schrieb den Text. Aufmerksamkeit erregten die Moderatoren Ackermann und Hilski auch mit der Nummer „Rares ohne Bares“. Zum Lied „Drink us, drink us! Jitz go’mer en öntlich Huus!“ von Karl Sommer (Musik) und Willi Köhne (Text) (Ende des 19. Jahrhunderts) zeigten sie ein Notencover aus der Sammlung von „Ahl Kamelle“-Pianist Andreas Münzel. Seit 20 Jahren sucht er auf Trödelmärkten, bei Antiquitätenhändlern oder bei Ebay nach Noten kölscher Lieder, erzählt Münzel. Seine Notensammlung umfasse mittlerweile etwa 9000 Titel.
Neben einem Medley zum 125. Geburtstag von Jupp Schmitz und zwei Liedern zu 50 Jahre BAP, präsentierten die Musiker Manfred Bröde, Helmut Frangenberg, Wolfgang Löhr, Andreas Münzel, Thomas „Tom“ Nesgen und Heinz Schiefer auch Songs der Höhner, Bläck Fööss, von Nikuta, Berzau, Knipp und Jussenhoven. Begeistert zeigte sich die Kölnerin Anke Allerrödder von ihrem ersten Konzertbesuch bei der „Ahl Kamelle“-Band. Die gemütliche Kneipe, die Auswahl der Lieder und die harmonische Art der Präsentation haben ihr imponiert, sagt sie. „Das läuft komplett anders, als bei Konzerten in großen Hallen.“
Für einige Kneipenkonzerte sind noch Tickets im Internet erhältlich: Dienstag, 13. Oktober, Osters Rudi, Hartwichstraße 26–28; Donnerstag, 5. November, Wirtshaus Spitz, Neusser Str. 23; Dienstag, 17. November, Hellers Brauhaus, Roonstraße 33; Mittwoch, 18. November, Dom im Stapelhaus, Frankenwerft 35; Dienstag, 24. November, Brauhaus ohne Namen, Mathildenstraße 42. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Restkarten gibt es auch noch für die zweistündige Matinee-Fahrt auf der MS RheinCargo am Samstag, 21. November, 11 Uhr, Einlass ab 10.30 Uhr, Anleger 13, unterhalb der Bastei, Köln. www.lossmersinge.ticket.io
