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Nach Brand in Schule in KölnNotbetreuung für Schüler – Psychologen unterstützen

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Brand Schule in Köln

Die Brandschäden am Schulgebäude werden gerade genau geprüft. 

Köln – Die Schule brennt – das spricht sich an diesem Montagabend schon unter Eltern und Lehrkräften herum, kurz nachdem der Schulhausmeister die Feuerwehr alarmierte. Videos von den Flammen, die aus dem Dachstuhl lodern, machen schnell die Runde. Der Schock ist groß. Nach dem großen Dachstuhlbrand am Schulstandort Borsigstraße 13 kann der Unterricht an der Astrid-Lindgren Grundschule und den dorthin ausgelagerten Klassenstufen 7 und 8 der Helios-Gesamtschule nicht regulär stattfinden. Die Schulleitungen informierten noch in der Nacht alle Beteiligten. Den Familien wird ab Mittwoch eine Notbetreuung in nicht betroffenen Gebäudeteilen des Altbaukomplexes in Ehrenfeld angeboten. Schulpsychologische Unterstützung ist gewährleistet.

Feuerwehrmann leicht verletzt

„Es war ein furchtbares Ereignis“, so Schuldezernent Robert Voigtsberger und Anne Lena Ritter, Leiterin des Amtes für Schulentwicklung. Sie zeigten sich Dienstag beim Ortstermin froh, dass bis auf einen leicht verletzten Feuerwehrmann niemand zu Schaden kam. Es habe bereits Krisensitzungen mit allen beteiligten Ämtern und Bezirksregierung gegeben. „Wir werden die Eltern und Schüler in dieser Situation nicht alleine lassen.“ Das Schuldezernat bereitet in Abstimmung mit Schulleitungen, Gebäudewirtschaft und anderen Alternativ-Konzepte vor. Ersatz-Standorte sind in der Prüfung, von Möglichkeiten am bisherigen Standort bis zur Umgebung.

Notbetreuung Kölner Schule

Der Dachstuhl auf dem Altbaukomplex  ist ausgebrannt, einige Räume im Geschoss darunter   sind stark geschädigt.

„Es ist eine schwierige Situation für alle“, sagt Grundschulleiterin Heidi Siebers, „wir werden unser Bestes tun, Kinder und Eltern zu begleiten und eine verlässliche Betreuung aufzubauen.“ Eine Notbetreuung findet vor Ort in nicht betroffenen Gebäudeteilen statt. Die insgesamt rund 190 Grundschulkinder werden bis auf Weiteres zu Hause betreut. Lehrkräfte halten zu ihnen engen Kontakt.

Schulpsychologen unterstützen

Der Schulpsychologische Dienst leistet Unterstützung. „Wichtig ist jetzt zu vermitteln, dass die Schule nicht verwüstet ist. Viele Räume und wohl auch die Technik und Heizung scheinen intakt“, sagt Helios-Gesamtschulleiter Andreas Niessen. Die Stufen 7 und 8 mit etwa 220 Schülerinnen und Schülern nutzen an der Borsigstraße einen Interims-Teilstandort.

locator heliosschule

Sie haben vorerst Wechselunterricht, pandemieerprobt. Notbetreuung sei für die Älteren nicht ganz so nötig. Aber alle bräuchten „so viel Schule wie möglich“. Vom Brand betroffen sind neben dem Dachstuhl ein Naturwissenschafts- und Mehrzweckraum sowie Reserveräume. Weiter einsatzbereit sind etwa Sporthalle und Mensa auf dem Gelände. Der zweite Teilstandort Overbeckstraße wird als Interim derzeit von den Stufen 5 und 6 genutzt, bis der Neubau an der Venloer Straße fertig ist.

Nach dem großen Brand laufen nun die Ermittlungen zur Brandursache. Die Feuerwehr war Montagabend mit vier Löschzügen, 126 Einsatzkräften und 39 Fahrzeugen ausgerückt, erklärt Dr. Volker Ruster, stellvertretender Leiter der Kölner Feuerwehr. „Der Dachstuhl war nicht mehr zu retten, der Grundschultrakt ist intakt.“ Feuer wurde gegen 23 Uhr gemeldet. Der Dachstuhl des Traktes, den die Helios-Schule nutzt, brannte aus. Auch der Gebäudeteil könnte durch Rauch und Löschwasser beeinträchtigt sein. Die Einschätzung der Sachverständigen bleibt jetzt abzuwarten. Wenn geklärt ist, welche Räume ab wann wieder zu nutzen sind, wird entschieden, wo der Unterricht bis auf Weiteres wieder aufgenommen werden kann.