Die Gesamtschule Ossendorf wird im Sommer ihr Gebäude im Gewerbegebiet Ossendorf beziehen. Sorgen macht man sich jetzt schon wegen des Verkehrs.
Gesamtschule OssendorfStadt plant Mittelinsel für viel befahrene Straße

Eine Querungshilfe mit Mittelinsel für Fußgänger und Radfahrer soll in diesem Bereich künftig den Schulweg zur Gesamtschule sichern (das grünliche Gebäude links gehört zur Schule).
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Am Wasseramselweg in Vogelsang hat der Unterricht begonnen, aber schon zum Schuljahr 2026/2027, also nach den kommenden Sommerferien, soll die Gesamtschule Ossendorf in ihre neuen Gebäude an der Ecke Hugo-Eckener-Straße/Fitzmauricestraße umziehen. Der Standort ist etwas abgelegen, auf der Hugo-Eckener-Straße tobt in den Spitzenzeiten der Verkehr, deshalb ist die Schulwegsicherung ein wichtiger Aspekt. Die Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung Ehrenfeld fragte bei der Verwaltung nach den Einzelheiten und erhielt kürzlich Antwort aus dem Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung.
Ein Gutachten hatte ergeben, dass lediglich zehn Prozent der künftig insgesamt knapp 1300 Schüler zu Fuß aus den angrenzenden Stadtteilen kommen werden. Etwa 50 Prozent werden demnach den Schulweg in Bussen oder mit der KVB-Linie 5 antreten, der Anteil der Radfahrer dürfte bei 25 Prozent liegen. Ein Teil der Schüler, vorwiegend aus den Jahrgangsstufen 5 und 6, wird aber auch noch mit Elterntaxis unterwegs sein. Für alle diese Gruppe sollen nach Auskunft der Verwaltung Vorkehrungen getroffen werden, und zwar möglichst bis zum Start des Schulbetriebs.
Überlastung der KVB-Linie 5 wird erwartet
Speziell die Anreise zahlreicher Schüler mit der Linie 5 wird die Kapazitäten der Bahnen morgens und nachmittags überlasten, das hatte schon das Gutachten festgestellt. Denn auch viele der rund 470 Kinder und Jugendlichen, die die benachbarte Internationale Friedenschule besuchen, nutzen die KVB-Linie. Empfohlen wird daher, die Schulanfangs- und -endzeiten der Schulen zu staffeln, unter Umständen auch nach Jahrgangsstufen.
Auch an den Haltestellen wird es eng, wenn dort viele Schüler unterwegs sind, im Gutachten wird daher der Einsatz von Ordnungskräften vorgeschlagen, die „die Fahrgastströme zu den Spitzenzeiten entzerren und gleichmäßiger auf die Stadtbahnen verteilen“. Über Zusatzfahrten auf der Linie 5 müsse man bei der KVB ebenfalls nachdenken und die Aufstellflächen für Fußgänger und Radfahrer an der Ampelanlage des Knotenpunkts Hugo-Eckener-Straße/Fitzmauricestraße/Köhlstraße, den die Schüler von der Halstestelle „Alter Flughafen Butzweilerhof“ der Linie 5 überqueren müssen, sollen ausgebaut werden.
Zebrastreifen mit Mittelinsel auf der Hugo-Eckener-Straße geplant
Während die Radwege auf der Hugo-Eckener-Straße insgesamt als ausreichend breit angesehen werden, macht man sich beim Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung Gedanken über Rad fahrende Schüler, die aus Richtung Westen – etwa Bocklemünd – kommen. Denn die müssten nach derzeitigem Stand einen kurzen Umweg über die Ampelanlage am Knotenpunkt Hugo-Eckener-Straße/Fitzmauricestraße/Köhlstraße in Kauf nehmen, um zum Schuleingang für den Rad- und Fußverkehr an der Hugo-Eckner-Straße zu gelangen. Dazu sind Schüler im Allgemeinen nicht bereit, deshalb soll auf Höhe des Schulgebäudes eine Querungshilfe für Radfahrer und Fußgänger mit Mittelinsel über die Hugo-Eckener-Straße angelegt werden. Dafür werden die Fahrbahnen der Straße an dieser Stelle aufgeweitet.
Den Eingang an der Hugo-Eckener-Straße soll der Kraftverkehr nicht nutzen können, weil es dann zu halsbrecherischen Wendemanövern von Pkw auf der viel befahrenen Straße kommen könnte, Stichwort: Elterntaxis. Stattdessen wird ein zweiter Eingang an der Fitzmauricestraße angelegt, den neben dem motorisierten Verkehr auch Radfahrer und Fußgänger nutzen dürfen. Allerdings soll darauf geachtet werden, dass die Zugangswege der unterschiedlichen Gruppen hier streng voneinander getrennt sind.
Die Grünen hatten auch nachgefragt, ob für die Gesamtschule Ossendorf das Modell „Schulstraße“ infrage kommt, also vorübergehende Straßensperrungen während der Hol- und Bringzeiten, um den teils chaotischen Verkehr der Elterntaxis fernzuhalten. Das musste das Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung allerdings verneinen. Im Rahmen des Gesamtkonzepts für „Schulstraßen“ in Köln, das derzeit erarbeitet werde, betrachte die Verwaltung zunächst Grund- und Förderschulen. Weiterführende Schulen sind erst danach an der Reihe.

