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Ein Toter in Kölner Kneipe in NippesGast stirbt bei Schießerei im „No Name“

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Im Kölner Stadtteil Nippes hat es in der Nacht zu Freitag in einer Kneipe eine Schießerei gegeben. Ein Mann starb, drei weitere wurden verletzt.

Köln – Das Klopfzeichen, mit dem in der Kneipe „No Name“ um Einlass gebeten werden muss, ist den Männern offenbar bekannt, die am frühen Freitagmorgen um drei Uhr vor der Tür stehen. Als ihnen ein Gast (52) öffnet, schlagen sie ihn laut Polizei sofort nieder und eröffnen das Feuer. Es fallen mehrere Schüsse, ein Mann (29) wird tödlich getroffen, drei weitere Männer (36, 39, 52) müssen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Der Wirt übersteht die Schießerei unverletzt.

Bei der Nahbereichsfahndung stoppt die Polizei nur Minuten später einen Porsche und führt die Insassen (28,30) ab. Doch am Nachmittag verpufft der vermeintliche Ermittlungserfolg wieder – mangels Beweisen werden die Männer wieder entlassen. „Wir wissen noch nichts über die Hintergründe, erhoffen uns aber Hinweise durch die Vernehmung der verletzten Opfer“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Rundschau. Die Schüsse hat keiner der Nachbarn gehört, selbst die Familie, die direkt über der Kneipe wohnt, bekam von der Schießerei nichts mit. Gefahndet wird nun nach mindestens drei Tätern.

Teure Autos und zwielichtige Gestalten

Offiziell ist die Kneipe derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, Anwohner berichten jedoch von regelmäßigem Betrieb. „Die Rollladen waren immer unten, aber es trafen sich oft Männer in der Kneipe, ihre teuren Autos standen zum Teil auch auf Privatparkplätzen des Nachbarhauses“, berichtet ein Anwohner. Von „zwielichtigen Gestalten“ sprechen andere, man habe schon „extremes Rückgrat“ besitzen müssen, um die Wagenbesitzer anzusprechen, erzählt ein junger Herr.

Glücksspiel? Rockerkriminalität? Drogen? All dies wird am Freitag im Umfeld der Kneipe diskutiert, Beweise gibt es laut Polizei hierfür nicht. Im Frühjahr hatte offenbar der Besitzer der Gaststätte gewechselt, seitdem laufen angeblich die Umbauarbeiten. Die Karte im Aushang ist vergilbt, eine Shisha kann für acht Euro geraucht werden. Um keine Spuren an seiner Kleidung zu vernichten, muss der Wirt einen Arbeitsanzug der Spurensicherung anziehen, als er am Vormittag zur Befragung aufs Präsidium gefahren wird. „Ich habe mit ihm telefoniert, er war geschockt und sagte, er könne sich den Angriff nicht erklären“, berichtet ein Herr der Hausverwaltung. Die Schilderungen seien „glaubhaft“ gewesen, ergänzt er.

Blut klebt am Freitag auf der Treppenstufe vor dem Lokal. Die Beamten der Spurensicherung betreten mit Handsäge und Flex den Laden, später kommen sie mit mehreren Beuteln und Kisten voller Beweismaterial wieder heraus. Ein Blick ins Innere der Kneipe ist unmöglich. „Früher gab es noch eine Glastür, die ist aber gegen eine Holztür ausgetauscht worden“, sagt ein Nachbar.Jetzt ist die Tür versiegelt. Die Opfer sollen möglichst schnell vernommen werden.