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Eine Reise zum eigenen IchProjekt „Freiwilliges Ordensjahr“ startet in Köln

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Sie bieten ein Ordensjahr an für interessierte Sinnsucher: Bruder Bruno (l.) und Schwester Maria.

Köln – Manche bereisen ein Jahr lang die ganze Welt – in der Hoffnung, bei sich selbst anzukommen. Maria Stadler und Bruno Robeck sind überzeugt, das kann auf kürzerem Weg erreicht werden. Denn für sie liegt das Gute weitaus näher, heißt Robeck doch unter seinen Zisterzienserbrüdern Pater Bruno und Stadtler unter dem Missionarinnen Christi Schwester Maria. Und ihr Angebot an alle Sinnsuchenden lautet: ein „Freiwilliges Ordensjahr“. So der Titel des Projektes, das sie nun in Köln gestartet haben.

„Sie sollen in unser Leben eintauchen“

Schwester Maria weiß , dass es nichts Neues ist, wenn Klöster ihre Pforten öffnen. „Kloster auf Zeit“ ist beispielsweise ein solches Angebot. „Wir wollen aber, dass die Menschen in unser Leben nicht nur hineinschnuppern, sondern eintauchen“, sagt die Missionarin Christi. Und sie weiß auch, dass das Bild von Klöstern in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft entweder vom Bestseller „Im Namen der Rose“ oder von der ARD-Serie „Um Himmels Willen“ geprägt ist. „So ist das aber nicht. Wir sind ganz normale Männer und Frauen, halt nur in einer anderen Lebensform“, will sie neugierig machen.

Vorbild Österreich

Der Bedarf nach Spiritualität scheint auch in einer säkularen Gesellschaft groß zu sein. Projekte wie „Kloster auf Zeit“, bei den Menschen für ein Wochenende oder im Rahmen eines Urlaubs in Klostern leben, werden gut angenommen. Das „Freiwillige Ordensjahr“ scheint aber eine andere Hürde zu sein. In Österreich gibt es das Angebot seit drei Jahren. Pro Jahr nahmen bisher elf Menschen teil.

Worauf? Auf die teilnehmenden Klöster: 28 in ganz Deutschland , belebt von zahlreichen Ordensgemeinschaften der unterschiedlichsten Art. Solchen, die sich der Krankenpflege verschrieben haben, die zu den Notleidenden gehen, oder die zurückgezogen leben und in der Stille Gott nah sein wollen. In Köln nehmen die Vinzentinerinnen in Nippes an dem Projekt teil. Sie verschreiben sich ganz der Hilfe für Arme.

Doch welches Kloster ist das richtige? „Das finden wir im Gespräch heraus“, verspricht Schwester Maria. Wer Interesse an einem Ordensjahr hat, kann sich über eine Internetseite dafür bewerben und bekommt einen Rückruf. Ist das passende Angebot gefunden, kann sich der Bewerber für einen Zeitrahmen zwischen drei Monaten und eben einem Jahr entscheiden. Ob das ihn etwas kostet, das hängt vor allem von dem Orden und seiner Lebensform ab, für den er sich entschieden hat.

Männer und Frauen getrennt

Eine Selbstverständlichkeit hebt Pater Bruno zur Sicherheit lieber hervor: „Männer kommen in einen Männerorden und Frauen in einen Frauenorden.“ Konfessionsübergreifend ist das Ordensjahr nicht in jedem Falle. „Wir haben Gemeinschaften, die würden auch evangelische Christen aufnehmen“, sagt Schwester Maria. Grundvoraussetzung ist aber: „Die Bewerber sollten den Glauben kennen und ihn vertiefen wollen“, erklärt Pater Bruno. Dann gilt das Angebot für alle Lebensphasen: ob nach Schule oder Studium, ob in der Mitte des Lebens, wenn die Kinder aus dem Haus sind, oder wenn der Ruhestand „droht“.

Pater Bruno sieht das Ordensjahr aber nicht als Einbahnstraße. Zwar soll es vorrangig Nicht-Ordensleuten dabei helfen, ihren Glauben im Alltag besser leben zu können. „Die Gäste wirken aber auch auf uns, dass wir mal wieder mehr mitbekommen, was da draußen los ist.“

www.ordensjahr.de