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Einschränkungen im FreibadbetriebAuch bei den Kölnbädern fehlt Rettungspersonal

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Die Schicht von Rettungsschwimmer Mario Schulz beginnt schon deutlich vor der Öffnung des Stadionbads. Auch in der Jubiläumssaison werden wieder zusätzliche Kräfte gesucht.

Die Schicht von Rettungsschwimmer Mario Schulz beginnt schon deutlich vor der Öffnung des Stadionbads. Auch in der Jubiläumssaison werden wieder zusätzliche Kräfte gesucht.

Schon vor Beginn der Sommerferien herrscht Hochbetrieb in den Kölner Freibädern. Trotz großer Bemühungen der Kölnbäder fehlt noch immer Personal am Beckenrand.

Schmollend macht eine Gruppe Jungs kehrt. Die Attraktion im Müngersdorfer Stadionfreibad, der 10 Meter-Sprungtrum, ist geschlossen. „Wir haben zu wenig Personal, um alle Bereiche zu überwachen“, erklärt Schichtleitung Mario Schulz, der von Aufgabe zu Aufgabe rennt. Das Schwimmbad ist brechend voll, überall gibt es was zu tun. Rettungsschwimmer und Rettungsschwimmerinnen am Beckenrand sind in sonnigen Zeiten stark nachgefragte Fachkräfte. Das ist auch bei den Kölnbädern nicht anders, Entlastung im stressigen Freibad-Alltag ist dringend nötig.

Sechs Stunden bevor die ersten Gäste an der Kasse stehen, beginnt die Frühschicht von Mario Schulz. Als Fachangestellter für Bäderbetriebe, ist er nicht nur Rettungsschwimmer und überwacht die Becken, sondern hält sie auch sauber. Die Reinigung mit großen Unterwasser-Staubsaugern dauert mehrere Stunden, auch das letzte Sandkorn oder Haargummi muss weg. Sauberes Badewasser ist aber erst der Anfang: Es braucht die richtige chemische Zusammensetzung und Temperatur. Und wenn denn die Liegewiesen vom Müll befreit sind, endet die Ruhe vor dem Sturm.

Unterstützung vor allem für die Ferien gesucht

Wenn sich das Bad bei hochsommerlichen Temperaturen bis zum Rand mit Badegästen füllt, müsse das Team vor allem kühlen Kopf bewahren, betont Schulz. Mehr als 6000 Personen tummelten sich alleine am vergangenen Sonntag im Stadionbad, auch an diesem Wochenende wird es wieder richtig heiß. Die größte Herausforderung sei die Koordination von unzähligen Aufgaben, die gleichzeitig anfallen. „Da stirbt die Kasse, während sich ein Kind die Hand aufschneidet.“ In der Sommerzeit lauern nicht nur im Becken, sondern auch auf den Liegewiesen Gefahrenquellen. Das können die kleinsten Dinge, wie ein Eispapier auf dem Boden sein, das Wespen anzieht. Kontrollgänge über das Gelände seien eigentlich seine Aufgabe für ruhige Minuten, erklärt der Schichtleiter. Davon gebe es faktisch aber keine. „Deshalb haben wir Subunternehmen angestellt.“ Sicherheitsfirmen übernehmen jetzt die Aufsicht auf den Wiesen oder stehen am Einlass.

3000 Schwimmmeister fehlen bundesweit nach einer Schätzung des Bundesverbandes. Schulz ist einer von 56 Fachangestellten in den Kölnbädern. „Es ist zwar möglich, den Badebetrieb aufrecht zu erhalten, aber manchmal müssen wir Teilbereiche schließen“, sagt er. Studentische Hilfskräfte mit einem Rettungsschwimm-Abzeichen seien eine große Entlastung, aber auch von ihnen gebe es zu wenige.

Studierende stehen am Beckenrand

Die Aushilfen konzentrieren sich auf die Badegäste im und am Wasser und geben den Fachleuten Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern. „Ohne die bin ich nichts“, lobt Schulz sein Team. In 90 Prozent der Fälle stünden Studierende am Beckenrand. „Die jüngste Rettungsschwimmerin ist 19, der älteste des Teams 28.“ Das käme nicht von ungefähr: „Wir haben ordentlich die Werbetrommel an den Universitäten gerührt.“ Die Saisonkräfte haben einen befristeten Vertrag bis Mitte September. Mit 60 von ihnen haben die Kölnbäder eigentlich genug Unterstützung. Jedoch ist nicht jeder der Studierenden auch genügend flexibel: „Wir suchen immer nach Unterstützung. Die Sommerferien kommen erst noch.“

Voraussetzung ist an erster Stelle das Rettungsschwimm-Abzeichen beim DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) – mindestens in Silber. Hinzu kommt ein Erste-Hilfe Kurs. Kosten für die Prüfung beim DLRG übernehmen bei einer Einstellung die Kölnbäder. Meisten braucht es davor Training: „25 Meter Streckentauchen sind aus dem Stegreif selten möglich“, erklärt Schulz schmunzelnd. Auch das „Abschleppen“ von Personen, oder die Befreiung aus einem panischen Umklammerung will geübt sein.

Die Vorteile des Jobs für Studierende liegen laut Schulz auf der Hand: Arbeit im Freien, Kontakt zu verschiedenen Menschen und umsonst schwimmen an freien Tagen. „Man wird natürlich auch braun“, fügt Schulze lachend hinzu. www.koelnbaeder.de