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Einschulung in KölnSo lief der große erste Schultag für die Kleinen

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Einschulungsfeier an der GGS Nesselrodestraße.

Erstes Klassenfoto: Die Bienenklasse der Gemeinschaftsgrundschule Nesselrodestraße.

An 157 Grundschulen in Köln haben am Donnerstag rund 9.500 Kinder ihre Schullaufbahn gestartet.

„Klaas, Klara, Kira, Damla, Ayden ...“ Die 23 Namen, die Karoline Ronsdorf, Lehrerin der Bienen-Klasse vorliest, stammen aus aller Welt. So wie die Kinder und Eltern, die sich am Donnerstagmorgen aufgeregt in der Turnhalle der Gemeinschaftsgrundschule Nesselrodestraße in Köln-Niehl versammelt haben. Unter ihnen: Familie Kwofie.

Vor 25 Jahren ist Vater Chris aus Ghana nach Deutschland gekommen. „Ich finde es ganz super, dass es hier so bunt gemischt ist. So muss es sein, finde ich“, sagt der Monteur. Für seinen Sohn Ayden, der kerzengerade mit den anderen i-Dötzchen in der ersten Reihe sitzt, wünscht er sich vor allem „viel Spaß in der Schule und am Lernen“.

Eine Familie mit einem kleinen Mädchen lächelt in die Kamera.

Familie Kwofie begleitete zusammen mit der vierjährigen Schwester Aydens Einschulung.

Dass man den in der Schule durchaus haben kann, zeigen derweil die Dritt- und Viertklässler. Sie haben ein buntes Programm zusammengestellt - Lieder, ein Gedicht und Breakdance-Einlagen. „Ich bin schön, ich bin wichtig, so wie ich bin, bin ich richtig“, singen die Kinder aus voller Kehle.

Alle herausgeputzt

Es ist ein besonderer Tag. Jeder ist herausgeputzt. Ein Mädchen trägt ein buntes Konfettikleid aus Tüll und einen goldenen Haarreif, der wie ein Krönchen wirkt. Jüngere Geschwister wuseln zwischen den Stühlen, schlafen in Kinderwagen oder werden hin- und hergetragen. Einhörner, Dinos, Drachen, ein Pfau und viele Fantasiefiguren zieren die Schulranzen. „Ich war selbst schon hier auf der Schule. Das ist eine tolle Schule und vor allem der Schulleiter ist super“, sagt Muhammet Ince. Zusammen mit Frau und Tante wartet er aufgeregt auf dem Schulhof, dass Sohn Aras von seiner ersten Schulstunde zurückkehrt. 

In der ersten Reihe sind i-Dötzchen aufgereiht und hören (teilweise) dem Lehrer zu.

Schulleiter Birger Heusinger und einige der aufmerksamen Erstklässler.

In der Grundschule Nesselrodestraße werden die Kinder nicht gleichzeitig eingeschult, sondern eine Klasse nach der anderen. Um 8.45 Uhr die Kraken, eine Stunde später die Bienen und schließlich die Erdmännchen. Wie an vielen Schulen ist es hier üblich, dass die Klassen Tiernamen tragen. Den Kindern soll der Übergang in den sprichwörtlichen „Ernst des Lebens“ so leicht wie möglich gemacht werden. „Wir haben die klassenweise Einschulung während Corona eingeführt und festgestellt, dass das eigentlich viel schöner ist“, sagt Schulleiter Birger Heusinger. 

Neugierde und Selbstbewusstsein als Werte

Seit zehn Jahren führt er die Grundschule, in der Gemeinsames Lernen, also Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf, angeboten wird. Dass ihm seine vielfältige Schule Spaß macht, ist offenkundig. „Die Einschulung ist immer eine Wundertüte, wir sind gespannt, wer zu uns kommt“, sagt Heusinger. Lächelnd steht er vor dem Publikum in der Turnhalle und wendet sich an die Erstklässler. 

Zwei Jungen mit Plastikgitarren auf dem Turnhallenboden.

Breakdance-Einlage der älteren Schüler für die Erstklässler.

„Für euch beginnt ein neuer Abschnitt. Ihr werdet hier viel lernen. Lesen, schreiben, rechnen. Aber auch, wie man miteinander umgeht und wie man Freundschaften schließt“, sagt der Schulleiter. Neugierde, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein seien Werte, die wichtig sind. 

Auch Wiederholer dabei

Selbstbewusstsein hat auch der kleine Junge, der heute zum zweiten Mal eine Einschulung erlebt. „Ich kann schon alles“, sagt er. „Er wiederholt die Klasse“, erklärt die Mutter. Drei Wiederholer gibt es pro Klasse. Ein Phänomen, das - wie berichtet - in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. „Ihnen war freigestellt, ob sie bei der Feier dabei sein wollen oder noch einmal in ihrer alten Klasse sein wollen“, sagt der Schulleiter.

Freie Wahl gilt auch bei dem Angebot am zweiten Schultag. In der katholischen Pfarrkirche St. Clemens in Niehl gibt es für die Schulneulinge und ihre Familien einen ökumenischen Gottesdienst - für Katholiken, Protestanten und Muslime gemeinsam. Wer nicht teilnehmen will, muss nicht.

Kinder mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken, Schulranzen und Sonnenblumen.

Erstmals auf dem Weg in die Klasse: Die Kinder der Bienen-Klasse mit ihren Willkommens-Blumen.