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Entsetzen über VorstoßKulturdezernat schlägt Gleueler Wiese als Veranstaltungsort vor

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Das Kölner Kulturdezernat zieht nun auch die Gleueler Wiese als möglichen Ort für Konzerte und Open Air in Betracht. (Archivfoto)

Köln – Um die Gleueler Wiese kämpfen Naturschützer und der 1. FC Köln seit Jahren, das Thema hat praktisch im Alleingang die Kommunalwahl 2020 zu Gunsten der Grünen entschieden. Und jetzt das:

Die Stadtverwaltung hat die Gleueler Wiese, die in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, als möglichen Ort für Konzerte und Open-Air-Veranstaltungen vorgeschlagen. Mit einem entsprechenden Antrag überraschte das Kulturdezernat am Montag die Politik. Im Kulturausschuss wurde er gestern erst mal vertagt.

Hintergrund ist der Plan von Grünen, CDU und Volt, Kulturangebote unter freiem Himmel finanziell zu fördern. Dafür werden noch Spielstätten gesucht. 300.000 Euro stehen 2022 für Errichtung und Betrieb temporärer Freiluftbühnen bereit.

Flächenmangel: Stadt Köln sucht Alternativflächen für Veranstaltungen

Eine Taskforce aus Kulturamt, Umweltamt, Bauaufsichtsamt, Ordnungsamt und Stabsstelle Events hatte am 14. Februar mit dem Veranstalterverband Klubkomm einen Workshop durchgeführt. Weil die bisherigen Flächen nicht ausreichen, prüft die Stadt ein Alternativkonzept, wonach ein bis zwei Mal pro Jahr Veranstaltungen mit 500 bis 2000 Personen auf der Gleueler Wiese, im Nüssenberger Busch, im Friedenspark und eventuell in weiteren Grünflächen stattfinden könnten.

Auf Nachfrage erklärte die Stadt zunächst: „Auf der Gleueler Wiese hat es bereits in der Vergangenheit Konzerte gegeben.“ Ob sie wirklich geeignet sei „und Open-Air-Kulturformate hier genehmigungsfähig sind“, müsse erst detailliert geprüft werden. Auch „potenzielle Schäden an der Wiese und deren Beseitigung“ seien noch zu prüfen und Vorschläge zu erarbeiten. Später musste die Stadt einräumen: Es gab bisher gar keine Konzerte auf der Gleueler Wiese. Sie zog ihr Alternativkonzept kurzfristig wieder zurück.

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Die Politik reagierte konsterniert. Maria Helmis (SPD): „Uns überrascht, dass jetzt auch die Gleueler Wiese geprüft wird, da sie nach aktueller Beschlusslage des Rates gar nicht zur Verfügung steht.“ Bei den Grünen hieß es, alle Standorte in Landschaftsschutzgebieten seien als Open-Air-Flächen tabu. Das werde man in einer Sondersitzung des Kulturausschusses nach Ostern beschließen.