Die Session hat noch gar nicht richtig begonnen, da gibt es bereits eine Absage im Karneval: Der Zollstocker Dienstagszug fällt 2027 aus.
„Mit schwerem Herzen“Erster Karnevalszug in Köln abgesagt

Teilnehmer beim Karnevalszug am Veilchendienstag 2024 in Köln-Zollstock. Der Vorsitzende der Freunde des Zollstocker Dienstagszuges, Michael Siegenbruck, erklärt die Gründe für die Absage.
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Der Zollstocker Zoch, seit rund 65 Jahren fester Bestandteil des Kölner Karnevals im Südstadtveedel, fällt im kommenden Jahr aus.
„Mit schwerem Herzen müssen wir euch mitteilen, dass wir den Dienstagszug im Jahr 2027 leider nicht durchführen können und werden“, heißt es am Montag (12. Oktober) in einer Erklärung. Organisiert wird das Event von den Freunden des Zollstocker Dienstagszuges. Im Rekordjahr 2024 hatte der Zoch noch rund 1500 Teilnehmer.
Kölner Karneval im Südstadtveedel – Zoch abgesagt
Auf Nachfrage unserer Redaktion wird der Vorsitzende Michael Siegenbruck (53) deutlicher: „Das fängt an mit der Finanzierungskatastrophe durch den hohen Sicherheitsdienst.“ Allein die Auflagen würden hart zu Buche schlagen: „Die werden immer strenger. So ein Zug kostet 13.000 Euro jedes Jahr, und die müssen wir auch jedes Jahr einnehmen.“
Zwei Schulen hätten bereits abgesagt, ebenso der Verein „Fidele Fortuna“ – aus wirtschaftlichen Gründen. Finanziell bleibe kaum Spielraum: „Wir haben knapp 80 Mitglieder, 20 Euro Mitgliedsbeitrag, da kann man natürlich keinen großen Zug finanzieren. Da sind wir absolut auch auf Sponsoren und Goodwill angewiesen“, erklärt Siegenbruck. „Es kommt alles zusammen dieses Jahr.“
Auch die Vereinsarbeit selbst lahme. „Der Frühschoppen lief nicht gut. Das Veedelsfest, das mussten wir ausfallen lassen. Das ist eigentlich ganz traurig, man bekommt kaum noch Hilfe zusammen.“ Für die Organisation einer Karnevalsveranstaltung sei das essenziell.
Für das Veedel ist das ein harter Einschnitt. Die Freunde des Zollstocker Dienstagszuges hatten sich 2010 neu formiert. Siegenbruck ist seit 16 Jahren im Verein, seit rund zehn Jahren als erster Vorsitzender. Im November auf der Jahreshauptversammlung beabsichtige er, zurückzutreten.
Ganz aufgeben wolle Siegenbruck aber trotzdem nicht: „Ich hoffe einfach, dass viele sich zusammenreißen und sagen, ey, komm, wir finden eine Lösung für 2028, dass das wieder funktioniert.“ (red)