Im Januar fehlte von Eva Maria Michelmann zunächst jede Spur, dann wurde klar: Die Journalistin wurde in Syrien inhaftiert. Nun ist sie frei.
Eva Maria MichelmannIn Syrien inhaftierte Kölnerin ist zurück in Deutschland

Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann ist nach monatelanger Inhaftierung in Syrien freigelassen worden. (Archivbild)
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Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann ist nach monatelanger Inhaftierung in Syrien freigelassen worden und am Freitag nach Deutschland zurückgekehrt. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf Informationen aus dem Auswärtigen Amt. Michelmann konnte Syrien demnach über ein Drittland verlassen und trat von dort aus einen Flug nach Deutschland an. Auch Michelmanns Anwalt bestätigte die Rückkehr der Journalistin nach Deutschland am Freitag (19. Juni).
Die aus der Nähe von Köln stammende Journalistin war am 18. Januar in der nordsyrischen Stadt Raqqa verschwunden. An jenem Tag hatten regierungsnahe islamistische Milizen und Einheiten der syrischen Übergangsregierung unter Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa die lange von Kurden kontrollierte Stadt sowie andere arabische Gebiete übernommen.
Eva Maria Michelmann Mitte Januar in Syrien verschwunden
Michelmann war als freie Journalistin in Begleitung des kurdisch-türkischen Kameramanns Ahmed Polad vor Ort gewesen. Seit 2022 hatte die Journalistin als freie Reporterin aus dem Gebiet der „Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien“, auch „Rojava“ genannt, für das kurdische Nachrichtenportal ETHA berichtet, das sich selbst als sozialistisch und unabhängig bezeichnet.

Antonius Michelmann, Bruder der nun nach Deutschland zurückgekehrten Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann, bei einer Mahnwache in Köln im März. (Archivbild)
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Im April meldeten sich Zeugen, die Michelmann in einem Gefängnis in Aleppo gesehen hatten. Ein Vertreter der deutschen Botschaft konnte sie im Zuge konsularischer Betreuung am 23. April im Gefängnis besuchen. Nach Angaben ihres deutschen Anwalts Roland Meister und ihrer Familie wurde sie zu diesem Zeitpunkt bereits in Damaskus festgehalten.
Syrische Behörden sprechen von falschen Angaben
Die syrischen Behörden begründeten Michelmanns Inhaftierung damit, dass sie falsche Angaben zur Person gemacht, sich als spanische Mitarbeiterin einer Partnerorganisation der Vereinten Nationen ausgegeben und keine offiziellen Dokumente bei sich getragen habe.
Michelmanns Anwalt widerspricht dieser Darstellung entschieden: Sie sei im Besitz einer Akkreditierung der kurdischen Behörden gewesen. Tatsächlich verdächtigten die syrischen Sicherheitsbehörden sie offenbar, Verbindungen zum Terrorismus zu haben.
Schicksal von Kameramann weiterhin unklar
Die deutsche Botschaft in Damaskus und die Botschaft in Beirut setzten sich gegenüber der syrischen Regierung intensiv für Michelmanns Freilassung ein. Das Auswärtige Amt hatte stets versichert, es gebe „intensive und auch hochrangige Bemühungen auf verschiedenen Kanälen“.
Michelmanns Familie und ihr Anwalt hatten das Auswärtige Amt unterdessen wiederholt und öffentlich kritisiert, sich nicht ausreichend für die Freilassung der Kölner Journalistin einzusetzen. Die Familie organisierte mehrere Solidaritätsdemonstrationen.
Über das Schicksal des Kameramanns Ahmed Polad, der zusammen mit Michelmann verschwunden war, ist unterdessen bislang nichts bekannt.
