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Experte zu Folge des Klimawandels„Wir wollen uns in Köln zur Schwammstadt entwickeln“

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Starkregen

Symbolbild 

  1. Ingo Schwerdorf ist Abteilungsleiter der Stadtentwässerungsbetriebe Köln.
  2. Matthias Hendorf sprach mit ihm über Unwetter und die Folgen des Klimawandels.

Welche Folgen hat der Klimawandel für die Stadt Köln und die Entwässerungsbetriebe?

Ganz einfach gesagt: Mal gibt es zu viel Wasser, dann aber wieder viel zu wenig. Wir beobachten, dass die Luft wärmer wird und es mehr Starkregen gibt. Allein im Juni gab es in Köln vier Starkregenereignisse. Das hat einen physikalischen Hintergrund: Die Lufttemperatur steigt im Sommer an und die Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Dieser geht als Niederschlag herunter.

Was tun die Entwässerungsbetriebe gegen die Folgen des Klimawandels?

Wir wollen uns mit der Stadt zur Schwammstadt entwickeln. Das heißt, dass wir das Niederschlagswasser wie bei einem Schwamm stärker in der Stadt halten wollen. Das Regenwasser soll vermehrt versickern oder zwischengespeichert werden. Zum Beispiel können Flächen entsiegelt oder Dachbegrünungen vorgesehen werden. Dies spart nicht nur Abwassergebühr, sondern durch das Anpflanzen von Bäumen kühlt es etwa private Hinterhöfe stärker.

Und bei neuen Baugebieten?

Im Rahmen der Entwicklung von neuen Bebauungen wird das Schwammstadt-Prinzip schon berücksichtigt. Ein gutes Beispiel ist die Parkstadt Süd. Dort soll das Regenwasser versickern und die Straßen werden so geplant, dass bei Starkregen das überschüssige Regenwasser in einen Weiher fließt. Auch begrünte Dächer sind ein Mittel, um Wasser aufzunehmen. Eine Möglichkeit sind auch multifunktionale Flächen.

Was heißt das?

Ein Beispiel ist der Schützenplatz in Porz-Eil. Dort wird die vorhandene Grünfläche um 60 Zentimeter abgesenkt, damit diese als City-Polder genutzt wird. Das ist vergleichbar mit einem Hochwasserrückhaltebecken am Rhein.

Ist ein zu klein dimensioniertes Kanalnetz verantwortlich dafür, wenn wie aktuell Wasser auf der Straße steht?

Nein, dann kommt mehr Regenwasser an, als das Netz aufnehmen kann. Wir können die Kanäle nicht so groß bauen, dass sie alle Wassermassen aufnehmen können. Das wäre extrem teuer und der Platz unter den Straßen reicht zum Teil nicht aus, das müsste doppelt so groß sein wie U-Bahn-Röhren.