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Nach Titelverlust 2019Köln hat wieder eine Exzellenzuniversität – OB: „Unglaublich stolz“

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Blick auf das Hauptgebäude der Universität zu Köln am Albertus-Magnus-Platz.

Blick auf das Hauptgebäude der Universität zu Köln am Albertus-Magnus-Platz. 

Die Uni Köln hatte den begehrten Titel 2019 verloren. Wer noch gewonnen hat und warum es dieses Mal deutlich schwerer war. 

Sieben Jahre nach Verlust des besonderen Titels „Exzellenzuniversität“ hat die Universität zu Köln den Status nun wieder erlangt.  Auch die Universitäten Jena, Freiburg, Mainz und der Hochschulverbund aus Uni Bochum und TU Dortmund sind jetzt Exzellenzuniversitäten. Das verkündete am Freitag Bundesforschungsministerin Dorothee Bär bei einer Pressekonferenz im Wissenschaftszentrum Bonn. Es gab insgesamt elf Bewerbungen: Neben sieben Universitäten haben  auch vier Verbünde mit jeweils zwei oder mehreren Hochschulen einen Antrag eingereicht, wie zum Beispiel Gießen und Marburg. Lediglich fünf Neuaufnahmen waren möglich.

Exzellenzuni: Wettbewerb für Uni Köln deutlich härter als beim letzten Mal

„Die Entscheidung in diesem hochkompetitiven Wettbewerb ist ein großer Erfolg für die gesamte Universität und das Ergebnis der hervorragenden Arbeit aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie aller Beschäftigten in Technik und Verwaltung. Dieser Erfolg ist auch durch das große Engagement unserer Studierenden ermöglicht worden“, sagt Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln. „Die Anerkennung als Exzellenzuniversität stärkt unsere Position als eine der führenden europäischen Universitäten, die Wissen fördert, Wandel vorantreibt und eine große gesellschaftliche Wirkung entfaltet.“

Mukherjee hebt die Kooperationen mit regionalen Partnern wie der Uni Bonn sowie dem Forschungszentrum Jülich hervor. „Der Stadt Köln verdanken wir eine weltoffene und vielfältige Umgebung sowie eine feste Verwurzelung in der städtischen Gesellschaft und Wirtschaft.“ Der Status als Exzellenzuni bringe für die Zukunft „eine noch größere Verantwortung“ in der Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie medizinischer Fortschritte, des Klimawandels sowie der Chancengleichheit in der Bildung, so Mukherjee.

Dieses Mal sei es ein deutlich härterer Wettbewerb gewesen als in vorherigen Förderperioden. In einem Interview mit dieser Redaktion erklärte Mukherjee einmal: „Bisher war es immer so, dass die Plätze von null auf neu vergeben wurden. Es gab keine Universitäten, die schon einen Platz sicher hatten. Die Universitäten, die 2019 ausgewählt wurden, sind aber nun auf eine Dauerförderung eingestellt, es sei denn, sie werden negativ evaluiert.“ Die Uni Bonn und die RWTH Aachen, neben weiteren Exzellenzunis, mussten beispielsweise keinen neuen Antrag stellen. Die Expertenkommission bestätigte ihren Exzellenzstatus. Lediglich die Uni Konstanz wurde negativ evaluiert und darf sich ab jetzt nicht mehr Exzellenzuni nennen.

30.04.2026, Köln: Rektor der Uni Köln Joybrato Mukherjee .Foto: Arton Krasniqi

Rektor der Uni Köln Joybrato Mukherjee

Oberbürgermeister Torsten Burmester gratulierte der Uni Köln am Freitag: „Was für ein großartiger Erfolg für Köln! Die Universität zu Köln ist Exzellenzuniversität. Darauf bin ich als Kölner Oberbürgermeister unglaublich stolz. Diese Auszeichnung steht für herausragende Forschung, starke Lehre und vor allem für die Menschen, die unsere Universität jeden Tag mit Leben füllen.“

Der Titel zählt zu den begehrtesten Auszeichnungen im deutschen Hochschulwettbewerb. Einzelne Universitäten erhalten bis 2033 eine Förderung von jährlich 10 bis 15 Millionen Euro, Hochschulverbünde können bis zu 28 Millionen Euro bekommen. Voraussetzung sind unter anderem mindestens zwei erfolgreiche Exzellenzcluster und eine positive Evaluation nach sieben Jahren. 

Exzellenzuni: Das sind die fünf Exzellenzcluster der Uni Köln

An der Uni Köln werden seit 2026 fünf Forschungsprojekte (vorher vier) als sogenannte Exzellenzcluster gefördert. Die Förderung dauert sieben Jahre: das Cluster „CECAD“ aus der Alternsforschung, „CEPLAS“ aus der Pflanzenwissenschaft, das neu hinzugekommene „DYNAVERSE“ aus der Astrophysik, „ECONtribute“ aus den Wirtschaftswissenschaften und „ML4Q“ aus der Quantenforschung.

Das Geld für die Exzellenzstrategie kommt gemeinsam von Bund und Ländern: 75 Prozent trägt der Bund, das Land übernimmt 25 Prozent. Mit der Exzellenzstrategie wollen Bund und Länder Spitzenforschung und damit den Wissenschaftsstandort Deutschland stärken und ihn international wettbewerbsfähiger machen.  

Kritik am Exzellenzstatus kam hingegen vom Asta (Allgemeinen Studierendenausschuss) der Uni Köln. Auf ihrer Instagramseite heißt es: „Für die Studierenden bringt die Exzellenz kaum Vorteile. Sie bezieht sich allein auf die Forschung, eine aktive Verbesserung der Lehre bringt sie allerdings nicht.“ Marode Gebäude, Sparzwang wegen Kürzungen, Abhängigkeit von Drittmitteln: Diese Probleme würden mit dem Status nicht verschwinden. Die Studierendenschaft kritisiert seit Jahren, dass hier Studienbedingungen und Qualität der Lehre zugunsten von Forschungsstärke ins Hintertreffen geraten. Konzentration auf wenige Projekte statt Breitenförderung ist ein weiterer Punkt. Kritiker befürchten, dass andere Hochschulen dadurch im Wettbewerb um Personal und Drittmittel weniger berücksichtigt werden.