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Flora in KölnIn den Gewächshäusern entstehen schon erste Landschaften

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Einen Meter unter Bodenniveau liegen die neuen Wasserleitungen frostsicher.

Baustelle, das kennt der Kölner. Rot-weiße Barken im Botanische Garten sind aber auch für leidensfähige Städter gewöhnungsbedürftig. Die stehen derzeit auf zahlreichen Wegen der grünen Oase. Für einen denkbar guten Zweck. Die Flora bekommt einen Grundwasserbrunnen, mit dem jährlich bis zu 34 000 Kubikmeter Wasser gefördert werden können. Damit kann Flora-Chef Stephan Anhalt ab Februar 2022 seine Freilandpflanzen bewässern – und Trinkwasser sparen.

In extrem heißen Sommern allerdings wird das Brunnenwasser nicht ganz reichen. Im Winterhalbjahr dagegen übersteigt die monatlich geförderte Menge den dann eher niedrigen Bedarf der Pflanzen. Rechnen wird sich das einschließlich der verlegten Leitungen rund 1,5 Millionen Euro teuere Projekt aber dennoch allemal.

Auch die Ringleitungen werden im Park erneuert

Zeitgleich mit dem Brunnenbau werden die Ringleitungen durch die Flora erneuert. Die alten Eisenrohre waren bis auf einen Restdurchmesser von zwei Zentimetern durch Ablagerungen zugesetzt. 1,9 Kilometer neue Kunststoffrohre werden zumeist unter den Wegen der Flora verlegt (s. Kasten). Erweitert wird das Bewässerungskonzept durch eine zweite Zisterne unter den neuen Gewächshäusern. Die Zisternen speichern das über die Glasdächer ablaufende Regenwasser. „Das ist perfekt für die Pflanzen“, so Anhalt. Anders als das zusätzlich benötigte Kölner Trinkwasser. Das muss in einer Osmoseanlage entsalzt werden, damit es den Pflanzen aus Tropen, Subtropen und Wüstenregionen auf Dauer nicht schadet. „Grundwasser können wir dafür leider nicht nehmen. Es enthält Feinschlämme, die die Osmoseanlage zusetzen“, erklärt Anhalt.

Brunnenbau in Zahlen

1900 Meter Leitungen werden für das Brunnenwasser verlegt, 550 Meter fürs Trinkwasser.

20 Meter tief ist der Grundwasserbrunnen. Die abführenden Leitungen liegen frostsicher in einen Meter tiefen Gräben in einem Sandbett.

150 Jahre alt waren die Eisenrohre, die derzeit ersetzt werden. Kalk und andere Ablagerungen hatten sie teils bis auf zwei Zentimeter Durchmesser zugesetzt.

10 Zentimeter Durchmesser haben die neuen Kunststoffleitung für das Brunnenwasser, 6,5 Zentimeter Durchmesser reichen für die Weiterleitung des Trinkwassers.

Die beiden Zisternen und die parabelförmigen Fassaden der drei Gewächshäuser sind fertig, jetzt rotieren Handwerker und Bagger im Inneren. Der Weg des Nutzpflanzenhauses, das rechts vom großen Tropenhaus anschließt, ist bereits betoniert. Er wird später auch durch Vanilleplantagen und an Kakaobäumen und Kokospalmen vorbei führen.

Aus Sandsteinfelsen entsteht ein Canyon

Im gegenüberliegenden Wüstenhaus wird unterdessen kräftig gebuddelt und Erdreich ausgeschachtet, um Platz zu schaffen für glitzernden Quarzsand, Solitäre und den Canyon. Anders als im Vorgängerbau geht es hier um richtig große Steine. „Die Sandsteinfelsen, aus denen wir den Canyon bauen, sind bis zu 120 mal 60 mal 80 Zentimeter groß. Größer geht nicht auf den Lkw“, sagt Anhalt, spürbar zufrieden mit der Dimension des Projektes. Denn aus Sandstein-Felsbrocken aus dem Tecklenburger Land wird ein Canyon mit großen Niveauunterschieden entstehen. „Ein Pfad, auf dem Besucher sehr viel über die Anpassungsfähigkeit der Wüstenpflanzen lernen können.“ Auch im 17 Meter hohen Tropenhaus wird geklotzt. Betonwinkel müssen montiert werden, an denen Basalt und Lavasteine aus der Eifel dauerhaft Halt finden. Sie speichern Wasser extrem gut, sind der perfekte Nährboden für tropische Vegetation.

Fertig werden soll der Innenausbau mit seiner aufwendigen Heizungs- und Lüftungstechnik im zweiten Quartal 2022, so eine Mitteilung der Gebäudewirtschaft. Die technischen Anlagen müssen erst einmal drei Monate zur Probe laufen, Wärme, Luftfeuchtigkeit und Belüftung feinjustiert werden. „Großpflanzen kann ich erst bestellen, wenn alles einwandfrei funktioniert. Denn für sie gibt es erhebliche Lagergebühren, wenn sie nicht pünktlich abgerufen werden“, sagt Anhalt.

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Tropische Gewächse, etwa auch die vielen ausgelagerten Pflanzen der alten Gewächshäuser, können nur von Mai bis September transportiert werden. Danach benötigen die Pflanzen eine mehrmonatige Anwachsphase. Mit einer baulichen Übergabe im zweiten Quartal 2022 und einer dreimonatigen Testphase wird das Zeitfenster für eise Pflanzung im Sommer des Jahres sehr eng. Nicht absehbar ist, ob sich die Türen der parabelförmigen Glashäuser schon Anfang oder erst Ende 2023 für Pflanzenfreunde öffnen werden.