Das von der Verwaltung favorisierte „Sporthof“-Konzept wird um zwei Kleinspielfelder für den Fußball-Drittligisten erweitert.
Parkstadt SüdFortuna Köln zufrieden mit Kompromiss-Beschluss des Stadtrates

Die Planung für die Parkstadt Süd sieht einen durchgängigen Grüngürtel bis zum Rhein vor. Oben links ist das Fortuna-Gelände zu sehen mit dem Ascheplatz, der umgebaut werden soll. Westlich des Südstadions sind der Sporthof und die Kleinspielfelder vorgesehen.
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Nach langem Ringen um eine einvernehmliche Lösung hat der Rat der Stadt Köln in seiner letzten Sitzung vergangene Woche beschlossen, dass im geplanten Grüngürtel Parkstadt Süd der von der Verwaltung favorisierte „Sporthof“ realisiert werden soll und nicht das vom Fußball-Drittligisten SC Fortuna Köln gewünschte Großspielfeld für den Klub und die Universität. Allerdings sollen auf einer bisher als Wiese vorgesehenen Fläche zumindest zwei Kleinspielfelder entstehen. SPD, CDU, Linke und FDP/KSG sorgten für eine Mehrheit für diese Variante, Grüne und Volt stimmten dagegen.
„Wir befürworten den Kompromiss, das wird zumindest die Platznot in der Südstadt lindern“, sagt Fortuna-Präsident Hanns-Jörg Westendorf. Oliver Seeck (SPD), der Vorsitzende des Sportausschusses, sprach von einem „super Ergebnis“ und einer „Zeitenwende für den Kölner Sport“, da in derselben Ratssitzung – wie berichtet – auch für drei Satelliten-Plätze für den 1. FC Köln im Kölner Westen gestimmt worden war. Zu dieser Entscheidung hatte Christiane Martin, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, gesagt: „Wenige Tagesordnungspunkt zuvor Hitze- und Klimaschutz fordern und gleichzeitig an dieser Stelle eine Naturfläche zerstören – das passt für uns Grüne nicht zusammen.“ SPD-Fraktionschef Christian Joisten hält für die Parkstadt-Entscheidung dagegen: „So erreichen wir mit dem kleinstmöglichen Eingriff die Befriedigung aller Interessen.“
Zollstocker Bürgerinitiative für den frei zugänglichen Sporthof
In Zollstock schwelte jahrelang ein Streit um das Areal zwischen Vorgebirgsglacisweg und dem Bahndamm. Um das Großspielfeld zu verhindern, war die Bürgerinitiative „Innerer Grüngürtel für alle“ gegründet worden und hatte sich für einen frei zugänglichen Sporthof in dem alten Gewerbegebiet eingesetzt. Das Konzept sieht vor, einen Teil der Bestandsgebäude zu erhalten und dort weiterhin Tanzangebote zu ermöglichen. Außerdem soll es Flächen für Individualsportarten wie Slackline, Calisthenics, Streetball, Fitness, Yoga, Parcours, Tischtennis oder Badminton geben. Auch ein Café und eine öffentliche WC-Anlage könnten laut Beschlussvorlage entstehen.
Fortuna-Präsident Westendorf hatte jedoch angemahnt: „Wenn der Mädchen- und Frauenfußball immer größer wird und mehr Leute hier hinziehen“, dann reichten die vorhandenen Plätze des Klubs nicht mehr aus. Nun gibt es mit den beschlossenen Kleinfeldplätzen zusätzlich zu den öffentlichen Sportflächen Entlastung für das Fußballtraining im Kinder- und Jugendbereich. „Was einen etwaigen Baubeginn angeht, bin ich allerdings sehr zurückhaltend, da ich um die finanzielle Situation der Stadt weiß“, sagt Westendorf. Wichtig sei zudem, schnellstens ein belastbares Parkplatzkonzept für das Südstadion zu entwickeln, da der bisherige im Verlauf des Parkstadt-Ausbaus wegfalle.
Die Fortuna darf einen Ascheplatz in Kunstrasen umwandeln
Im Sinne der Fortuna war auch ein zweiter Beschluss aus dem nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung: Demnach soll der Verein einen Pachtvertrag für den auf dem Gelände befindlichen Ascheplatz erhalten und diesen auf eigene Kosten in einen Kunstrasenplatz umwandeln dürfen. Westendorf sagt: „Wir warten jetzt auf diesen Mietvertrag und werden uns dann schleunigst mit dem Projekt beschäftigen. Das wird sicherlich schon eine deutliche Verbesserung für Fortuna Köln.“
Unter dem Namen „Parkstadt Süd“ firmiert ein Megaprojekt der innerstädtischen Stadtentwicklung. Es geht um ein Planungsgebiet von 115 Hektar im Kölner Süden, dort sollen drei nutzungsgemischte Quartiere entstehen, der Jean-Löring-Sportpark soll neu strukturiert und der Innere Grüngürtel vollendet werden. Der Name dafür: Grüngürtel Parkstadt Süd. Dabei geht es um ein etwa 32,5 Hektar großes Areal. In der Beschlussvorlage heißt es, man werde „die Idee des innenstadtnahen Grünbandes entlang der ehemaligen Stadtbefestigung“ realisieren, die „bereits Konrad Adenauer und Fritz Schumacher vor etwa 100 Jahren angestoßen hatten“.
