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Fünf Standorte im FokusEntscheidung über Casino-Lizenz steht bevor

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Das Areal des geplanten Gürzenich-Quartiers (r.), für das fast ein ganzer Häuserblock abgerissen werden soll stehen im Fokus bei der Standortsuche für das Casino in Köln.  

Das Areal des geplanten Gürzenich-Quartiers (r.), für das fast ein ganzer Häuserblock abgerissen werden soll stehen im Fokus bei der Standortsuche für das Casino in Köln.  

Köln – Die Entscheidung der Landesregierung über die Vergabe der fünften Spielbank-Lizenz in Nordrhein-Westfalen steht unmittelbar bevor: Noch in diesem Monat, am 29. Januar, könnte das Kabinett beschließen, in welcher Stadt das neue Casino eröffnet werden kann. Und vieles deutet darauf hin, dass die Kugel nach Köln rollt.

Die Westspiel-Gruppe, die bereits die Casinos in Bad Oeynhausen, Dortmund, Duisburg und Aachen betreibt, hat sich nach Rundschau-Informationen bei einer geheimen Rundfahrt gemeinsam mit Wirtschaftsdezernentin Ute Berg bereits fünf mögliche Standorte in der Domstadt angesehen.

Die Frage des Domizils entscheidet nicht die Stadt, sondern der Betreiber. Gesucht wird eine innerstädtische Immobilie, gut erreichbar mit ausreichendem Parkraum, die einige tausend Quadratmeter Nutzfläche bieten muss. Nachdem die Stadt zunächst rund zehn Standorte aufgelistet hatte, haben sich die Vertreter von Westspiel fünf davon angesehen.

Zu den besichtigten Standorten gehören nach Informationen der Rundschau eine Immobilie an der Erftstraße nahe dem Mediapark sowie ein repräsentatives Gebäude am Kaiser-Wilhelm-Ring, das gerade aufwendig umgebaut wird. Station machte die Tour außerdem am Hahnentor: Seit langem hofft die Stadt auf eine städtebauliche und architektonisch ansprechende Lösung für einen Gebäudekomplex zwischen Rudolfplatz und Pilgrimstraße, der zum Zweck der Aufwertung des gesamten Areals abgerissen und durch eine Neubebauung ersetzt werden könnte.

Besonders im Fokus stehen bei der Standortsuche offenbar auch der sogenannte Hufeisenbau mit dem Jahrhundertsaal im Gerling-Quartier sowie das „Gürzenich-Quartier“, das nach Abbruch verschiedener Häuser auf einem Areal zwischen Augustinerstraße, Kleiner Sandkaul, Gürzenichstraße und Martinstraße gebaut werden soll. An jedem dieser Standorte wären umfangreiche Baumaßnahmen notwendig, teils müssten die Gebäude um-, teils neu gebaut werden. Denkbar sei aber, so heißt es, dass das Casino zunächst mit einer geringeren Fläche an einem Übergangsstandort Platz findet. Wenn die Lizenz wie vorgesehen in diesem Jahr vergeben, könnte der Betrieb 2014 bereits beginnen. Weder Westspiel noch das Wirtschaftsdezernat wollten sich zur Standortsuche äußern.

Die Stadt sei auf eine mögliche Entscheidung zu ihren Gunsten vorbereitet, unterstreicht der Kölner SPD-Landtagsabgeordnete Martin Börschel, der sich für die fünfte Lizenz zugunsten Kölns stark gemacht hat. In ersten Gesprächen mit den Experten in der Fachstelle für Spielsucht bei der Kölner Drogenhilfe sei auch bereits über Maßnahmen zu Jugendschutz und Prävention gesprochen worden.

Nachdem der Düsseldorfer Landtag im November letzten Jahres der zusätzlichen, fünften Spielbank-Lizenz zugestimmt hatte, hatten auch Münster, Neuss und Königswinter Interesse bekundet. Gleichwohl wäre jede andere Entscheidung als die für Köln eine Überraschung. Nicht zuletzt wird die Rheinmetropole auch in einem Gutachten im Auftrag von Westspiel als Standort des neuen Casinos empfohlen. Im Kölner Rathaus dürften bei einem Zuschlag die Sektkorken knallen, verspricht eine Spielbank doch nicht nur eine neue Attraktion, sondern jährliche Bruttospielerträge von mehr als 40 Millionen Euro, davon allein fünf Millionen für die Stadtkasse.

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