Wildgänse und ihr Kot können den Aufenthalt in Kölner Grünanlagen verleiden. Betroffen sind auch Spielplätze. Was die Stadt dagegen unternimmt.
„Ekelhafte“ SpielplätzeGänsekot nervt Kölner – Entnommene Eier gehen an den Zoo

Nilgänse mit Nachwuchs am Kölner Clarenbachkanal (Bild vom April 2026)
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Gänsekot in den Kölner Grünflächen ist seit Jahren ein Ärgernis für die Bürgerinnen und Bürger. In der Nähe von Gewässern ist alles übersät mit den grünlichen weichen Haufen, sodass sich das Hineintreten kaum vermeiden lässt. Auf den Wiesen kann man kaum seine Picknickdecke ausbreiten, ohne dass sie in Gänsekot landet. Davon abgesehen, dass die Aufenthaltsqualität massiv leidet.
Zuletzt gab es auch Klagen über Gänsekot auf Spielflächen: So meldeten sich User und Userinnen in den sozialen Medien, die sich über den angeblich ständig verunreinigten Wasserspielplatz im Inneren Grüngürtel beschwerten. Hier sei es jetzt „ekelhaft geworden“, lautet ein Posting, „zugeschissen von den Gänsen“.
Der Wasserspielplatz liegt zwar nicht direkt an einem Weiher, wird aber nach Auskunft der Stadt in der extremen Trockenheit von den Gänsen zum Trinken genutzt.
Kölner Wasserspielplatz öfter verschmutzt
Die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) reinigen die Kölner Spielplätze grundsätzlich einmal in der Woche. Der Bereich um den Wasserspielplatz sei ein bekannter Hotspot, daher werde dort häufiger sauber gemacht, erklärt eine Sprecherin. Nicht immer lässt sich aber offenbar vermeiden, dass Kinder dort auf den Kot treffen. Denn das Gänse-Aufkommen sei so hoch, dass eine vollständige und dauerhafte Entfernung des Kots kaum möglich sei, räumt die Stadt ein.
Generell gelten die Ausscheidungen der Gänse als biologisch unbedenklich, wenn auch „unangenehm“, wie es bei der Stadt heißt. Gelangen sie allerdings in den Mund von Kindern, können auf diese Weise Krankheitserreger aufgenommen werden. Auf diese Gefahr weisen Eltern zu Recht hin.
Stadt Köln entnimmt 500 Gänseeier
Verantwortlich für den Kot sind vor allem Kanada- und Nilgänse. Anders als die Graugans sind sie invasiv und haben sich in den vergangenen Jahren in Deutschland stark vermehrt. Sie sind ganzjährig in Köln zu finden. Die Stadt Köln versucht, ihre Population zumindest konstant zu halten. Ob dies wirklich gelingt, ist fraglich. Die Tiere werden gezählt, allerdings nur an den Hotspots Mediapark, Ebertplatz/Theodor-Heuss-Park, Clarenbach- und Rautenstrauchkanal, Stadtwaldweiher, Gewässer an der Universitäts- und Stadtbibliothek, Aachener Weiher und Kalscheurer Weiher.
Zumindest dort scheint die Population stabil zu sein. Die Stadt zählte in den Jahren 2023 bis 2026 bei den Kanadagänsen 129, 114, 125 und 130 Exemplare. Bei Nilgänsen werden die Zahlen mit 33, 77, 115 und 95 angegeben. „Außerhalb der Hotspots werden die Zahlen beider Tiere sicher gestiegen sein“, erklärt eine Sprecherin der Stadt aber auch.
Da die Gänse im Stadtgebiet größtenteils nicht abgeschossen werden dürfen, setzt die Stadt auf andere Methoden der Eindämmung. Den Kanadagänsen werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Grünflächenamts die Eier aus den Nestern genommen. 2026 waren dies ungefähr 500 Eier. Diese werden nicht etwa vernichtet, sondern gehen an den Kölner Zoo und werden dort verfüttert.
Brutkästen für Nilgänse verzögern sich
Bei den Nilgänsen ist die Ei-Entnahme schwieriger, da sie hoch in Bäumen brüten. Für sie will die Stadt Brutkästen aufstellen, wie bereits im Frühjahr angekündigt wurde. Aktuell stehen aber erst vier von sechs geplanten Kästen, manche konnten erst während oder nach der Brutzeit aufgestellt werden. Es kam zu Verzögerungen, da die Zustimmung von Anliegern eingeholt werden muss. Der Erfolg dieser Methode wird sich also erst in der nächsten Saison zeigen.
Nicht nur der Kot der Gänse sorgt für Unmut bei Kölnerinnen und Kölnern, sondern auch das Geschnatter stört viele. Gerade im Frühjahr ist es bereits im Morgengrauen zu hören und bringt Anwohnerinnen und Anwohner um den Schlaf. Oft zu beobachten sind Nilgänse, die sich auf Dachfirsten und Schornsteinen niedergelassen haben und teilweise minutenlang rufen – laut und mit unschönen Klängen.
