Hans-Georg Haumann, Präsident der Ehrengarde der Stadt Köln, über die Vergangenheit und die Zukunft der Hahnentorburg.
Gastbeitrag zum Rudolfplatz„Die Hahnentorburg ist ein Stück lebendiges Köln“

Hans-Georg Haumann ist Präsident der Ehrengarde.
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Hans-Georg Haumann ist Präsident der Ehrengarde. Die Hahnentorburg auf dem Rudolfplatz war jahrelang die Heimat des Kölner Traditionskorps. 2017 mussten die Karnevalisten die mittelalterliche Torburg räumen. Schon bald will die Ehrengarde dem Bauwerk wieder Leben einhauchen – und es verstärkt für die Menschen der Stadt öffnen.
Wer den Rudolfplatz überquert, sieht meist zuerst den Verkehr, die Straßenbahnen und das geschäftige Treiben. Und doch steht dort seit fast 800 Jahren ein Bauwerk, das alle Veränderungen der Stadt überdauert hat: die Hahnentorburg.
Sie ist eines der wenigen erhaltenen Stadttore Kölns. Einst zogen hier die in Aachen gekrönten Könige in die Stadt ein. Generationen von Kölnerinnen und Kölnern sind durch dieses Tor gegangen und bis heute markiert es den Übergang zwischen Geschichte und Gegenwart.
Für die Ehrengarde der Stadt Köln ist die Hahnentorburg jedoch weit mehr als ein historisches Bauwerk. Sie ist unsere Heimat.

So soll die Hahnentorburg mit den beiden Anbauten aussehen.
Copyright: KSG Architekten
Seit fast vier Jahrzehnten ist sie Mittelpunkt unseres Vereinslebens. Hier wurden Freundschaften gefunden, Ehen getraut, Ideen entwickelt, Feste gefeiert und Traditionen an die nächste Generation weitergegeben. Die Hahnentorburg ist der Ort, an dem Geschichte nicht in Vitrinen steht, sondern jeden Tag gelebt wird.
Die Hahnentorburg und die Ehrengarde: Kein Vereinsheim hinter verschlossenen Türen
Als wir die Burg 2017 im Zuge der Neubebauung am Rudolfplatz verlassen mussten, verloren wir nicht nur Räume. Wir verloren einen Ort der Begegnung, der Identifikation und des kölschen Brauchtums. Seither arbeiten unzählige Ehrenamtliche mit großem Engagement daran, dieses besondere Bauwerk wieder mit Leben zu erfüllen.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die Hahnentorburg zu einem Vereinsheim hinter verschlossenen Türen zu machen. Im Gegenteil: Unser Ziel ist es, sie künftig noch stärker für die Menschen dieser Stadt zu öffnen. Moderne, barrierefreie Räume sollen ermöglichen, dass Kultur, Brauchtum, Begegnung und Geschichte an diesem einzigartigen Ort wieder zusammenfinden. Die Hahnentorburg soll ein lebendiger Treffpunkt für alle Kölnerinnen und Kölner werden.
Denkmalschutz heißt nicht, Geschichte einzufrieren
Natürlich bedeutet ein Umbau Veränderung. Gerade bei einem so bedeutenden Denkmal ist es richtig und wichtig, sorgfältig zu diskutieren. Doch Denkmalschutz heißt nicht, Geschichte einzufrieren. Er bedeutet auch, historische Bauwerke so weiterzuentwickeln, dass sie genutzt, erlebt und für kommende Generationen erhalten werden können.
Eine ungenutzte Burg bewahrt keine Geschichte. Eine lebendige Burg schon. Der Rudolfplatz ist eines der Eingangstore in unsere Innenstadt. Die Hahnentorburg prägt diesen Ort wie kaum ein anderes Gebäude. Sie erinnert daran, dass Köln seine Zukunft immer dann besonders erfolgreich gestaltet hat, wenn es seine Geschichte nicht nur bewahrt, sondern weitergeschrieben hat.
Genau das wünschen wir uns auch für die Hahnentorburg – als Wahrzeichen unserer Stadt, als Heimat der Ehrengarde und vor allem als offenes Haus für ganz Köln.

