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Geburtenrate sinktIn Köln werden immer weniger Babys geboren

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Ein Baby klammert sich an den Finger seiner Mutter.

Ein Baby klammert sich an den Finger seiner Mutter.

Tiefstand bei den Geburten: Die Zahl der Neugeborenen in Köln ist 2025 auf den niedrigsten Wert seit einem Vierteljahrhundert gefallen. 

In den Kreißsälen der Stadt war 2025 deutlich weniger los als noch vor wenigen Jahren. Gerade einmal 9059 Kinder wurden von Eltern mit Wohnsitz in Köln angemeldet – so wenige wie seit Beginn der Auswertung im Jahr 2000 nicht mehr. Das geht aus einer neuen Analyse des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik hervor.

Bemerkenswert ist dabei vor allem eines: Der Rückgang lässt sich nicht mit einer kleineren Zahl potenzieller Mütter erklären. Im Gegenteil: Während im Jahr 2000 rund 245.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren in Köln lebten, waren es 2025 fast 268.000. Trotzdem werden heute deutlich weniger Kinder geboren.

Die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer – also die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau unter den heutigen Bedingungen im Laufe ihres Lebens bekommen würde – ist auf 1,05 gefallen. Vor 25 Jahren lag sie noch bei 1,24, zwischenzeitlich stieg sie bis 2016 auf 1,40. Seitdem zeigt die Kurve nahezu ununterbrochen nach unten.

Geburten in Köln

Geburten in Köln

Warum immer weniger Kinder geboren werden, kann der Bericht nicht beantworten. Die Melderegister liefern zwar genaue Zahlen, sagen aber nichts über die Beweggründe der Menschen. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sieht die Ursachen für den aktuellen Geburtenrückgang in einem Aufschub von Geburten aufgrund der Kombination multipler Krisen (Corona, Ukrainekrieg, Klimawandel) und einer schlechten Infrastruktur wie verlässliche Kita-Angebote und bezahlbarer Wohnraum, kann aber keine spezifischen Gründe für die Stadt nennen.

Weniger Babys in Köln: Familiengründung immer später

Ein Trend ist dagegen eindeutig: Kölnerinnen bekommen ihr erstes Kind heute deutlich später als noch vor einer Generation. Lag das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt im Jahr 2000 noch bei 30,5 Jahren, beträgt es inzwischen 32,2 Jahre.

In Hahnwald werden Frauen im Durchschnitt erst mit 35,1 Jahren zum ersten Mal Mutter, in Klettenberg mit 34,6 Jahren und in Bayenthal mit 34,3 Jahren. Gleichzeitig ist der Anteil junger Mütter stark zurückgegangen. Während im Jahr 2000 noch gut jede dritte Erstgebärende jünger als 28 Jahre war, trifft das heute nur noch auf knapp jede fünfte zu.

Viele Geburten – aber niedrige Geburtenrate

Die meisten Babys kommen dort zur Welt, wo viele Menschen leben. Mülheim führt die Statistik mit 369 Neugeborenen an, gefolgt von Sülz (357) und Ehrenfeld (354).

Doch absolute Geburtenzahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte. Betrachtet man die Geburtenrate pro Frau, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Gerade die beliebten innenstadtnahen Viertel weisen besonders niedrige Werte auf. Neustadt-Süd und Altstadt-Süd kommen jeweils auf eine Geburtenziffer von lediglich 0,73 Kindern je Frau, Ehrenfeld auf 0,83. Ganz anders sieht es am Stadtrand aus. Spitzenreiter ist Pesch im Stadtbezirk Chorweiler mit einer Geburtenziffer von 1,85. Es folgen Langel (1,78) und Lindweiler (1,72).

Geburten in Köln

Geburten in Köln

Auch beim Geburtenverhalten nach Nationalität zeigen sich Veränderungen. Mehr als jedes vierte Neugeborene hatte 2025 eine nichtdeutsche Mutter. Das ist weniger als im Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre.

Unterschiede zwischen deutschen und nichtdeutschen Müttern werden kleiner

Auffällig ist zudem, dass sich die Unterschiede zwischen deutschen und nichtdeutschen Frauen weiter verringern. Zwar bekommen nichtdeutsche Frauen im Durchschnitt noch immer etwas mehr Kinder, doch ihre Geburtenziffer sank innerhalb von 25 Jahren von 1,70 auf 1,27. Bei deutschen Frauen ging sie im selben Zeitraum von 1,07 auf 1,00 zurück.

Geburten in Köln

Geburten in Köln

Auch beim Alter gleichen sich die Gruppen an. Nichtdeutsche Frauen bekommen ihr erstes Kind heute im Durchschnitt mit 30,5 Jahren – mehr als zwei Jahre später als noch zur Jahrtausendwende. Deutsche Frauen werden im Mittel mit 32,8 Jahren erstmals Mutter.

Die Entwicklung ist kein Kölner Sonderfall. Auch in Nordrhein-Westfalen und bundesweit sinken die Geburtenzahlen seit einigen Jahren deutlich, während Frauen ihr erstes Kind immer später bekommen.