Grüngürtel-TourMit dem Rad rund um das grüne Köln

Die Allee am Decksteiner Weiher ist eines der Prachtstücke der Fahrradstrecke rund um die Stadt.
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Köln – Ich habe das Glück, dass der Weg durch meinen Wohnort führt und starte am alten Bocklemünder Friedhof in Richtung Widdersdorf, finde den Rundweg gegenüber dem alten Postsportstadion und gelange in den „Landschaftspark Belvedere“.
Das Areal um das Max-Planck-Institut wartet mit breit angelegten Rad- und Fußwegen auf, die durch Ackerland und jungen Baumbestand geprägt sind – allerdings ist die A 1 immer in Sichtnähe. Dann geht es schon nach Müngersdorf hinein – verschlungen hinter bebauten Grundstücken entlang. Das ändert sich auf der Belvederestraße, auf der Bahnbrücke lohnt sich ein Blick nach links und rechts. Fast schnurgerade führen die Schienen in die Stadt hinein.
Über eine breit angelegte Straße geht es durch alten Baumbestand der Aachener Straße entgegen zu den Stadion-Vorwiesen. Schon am Morgen üben Schulklassen am Ball, und Studenten der Sporthochschule laufen ihre Runden. Um’s Stadion herum, an den Jahnwiesen entlang und am Adenauerweiher vorbei beginnt der schönste Teil im Linksrheinischen: In einer langen Geraden führt der Weg unter dichten Bäumen am Decksteiner Weiher entlang.
Vor dem Geißbockheim trainieren just die FC-Spieler vor treuem Publikum. Peter Stöger gibt freundlich Autogramme, die Fans begutachten die Qualität des Trainings. Bald bin ich in Klettenberg, und von dort geht es über Zollstock und Raderthal eine Weile immer entlang des Militärrings – auf dem alten Radweg, der so mit Wurzeln durchsetzt ist, dass ich um meine Fahrradgabel fürchten muss. Immer wieder tun sich Blicke in sich weitende Grünflächen auf. Ein wenig verwirrend geht es dann um den Bonner Verteiler herum; aber auch das ist bald geschafft – ich fahre entlang des Militärrings nach Rodenkirchen und über die Brücke, das Panorama genießend, auf die andere Rheinseite.
Nach kurzer Mittagspause im Poller Fischerhaus geht es in die Westhovener Aue, quer durch das ehemalige Übungsgelände der Belgischen Streitkräfte auf gut asphaltierten Wegen, die man immer noch nicht verlassen darf – dennoch, hier ist es richtig schön.
Das ändert sich, wenn man nach der Durchquerung des Gremberger Wäldchens rund um den Alten Deutzer Postweg, entlang des Vingster Rings seinen Weg zur Merheimer Heide in Höhenberg sucht. Grün ist es hier zwar auch, aber eher anstrengend als anregend.
Doch das ändert sich, wenn man in die „Heide“ einfährt: Alter Baumbestand lässt die Menschen, die hier Erholung suchen, klein wie Zwerge erscheinen. Ich folge dem Grünpfad am Rande von Holweide entlang bis fast zum Mülheimer Zubringer. Recht mutig, diese Strecke als „Grün“ zu bezeichnen – zu verschlungen sind die Pfade, ziemlich abweisend die Fahrt an den Schallschutzwänden der A 3 vorbei.
Ganz anders in Stammheim: Da erwartet mich der Schlosspark mit seinen Kunstfiguren, ein hölzerner Wal weist mir den Weg ans Ufer, von dem aus ich immer am Rhein entlang gemütlich nach Mülheim gelange. Hinter der Rheinquerung, auf der Niehler Seite, geht es vorbei am Kranach-Wäldchen, auf der schön geschwungenen Fußgängerbrücke über das Hafenbecken hinweg zum gut ausgebauten Damm und weiter zum „Niehler Ei“. An der Neusser Landstraße in Longerich bin ich wieder im äußeren Grüngürtel.
Der Rest ist schnell erzählt. Alt ist der Grün-Bestand hier, der Weg führt an der in die Jahre gekommene „Fitnessbahn Longerich“ hindurch, und führe man in der Folge nicht auf gepflegten Wegen nah an der Militärringstraße vorbei, würde man glauben, im Urwald zu sein. Am „Nüssenberger Busch“, der in einer weiten Wiese, die an Wochenenden zu ausgedehnten Grillpartys genutzt wird, am Ortsrand mündet – schließt sich der Kreis.
Gut 65 Kilometer „Grün“ liegen hinter mir, und die finde ich bis auf wenige Abschnitte durchaus empfehlenswert.
