Die Grundsteinlegung ist ein wichtiger Meilenstein. Am Donnerstag kamen Vertreter von Land, Stadt, der TH sowie des BLB NRW zusammen.
Grundsteinlegung an der TH KölnNeues Hörsaalzentrum entsteht – begrünte Fassaden und Dächer

30.04.2026, Köln: Auf diesem Grundstück soll ein neues Hörsaalzentrum der Th Köln entsteht.
Copyright: Arton Krasniqi
Bisher ist der Campus Deutz eher abgeschirmt vom städtischen Geschehen. Mit seiner Neugestaltung soll er sich in Zukunft mehr zu den anliegenden Stadtteilen Kalk und Deutz öffnen. Grüne Flächen, barrierefreie Zugänge und neue Wegführungen sollen den Campus nicht nur für Studierende und Lehrende attraktiver machen, sondern auch für Anwohnerinnen und Anwohner. Doch bis es so weit ist, werden noch viele Jahre vergehen: Umfassende Bauarbeiten stehen an.
Am vergangenen Donnerstag wurde die Modernisierung des Campus jedoch ein Stück konkreter: Mit der feierlichen Grundsteinlegung für das neue Hörsaalzentrum starten offiziell die Hochbauarbeiten. „Heute stehen die Zeichen auf Aufbau; auf diese Grundsteinlegung werden weitere folgen und mit jedem neuen Gebäude wird besser erkennbar sein, was wir uns gemeinsam vorgenommen haben – eine in jeder Hinsicht zukunftsfähige Bildungslandschaft zu schaffen“, sagte Sylvia Heuchemer, Präsidentin der TH Köln.

Grundsteinlegung an der TH Köln: Bürgermeisterin Teresa de Bellis-Olinger, Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL, TH-Präsidentin Prof. Dr. Sylvia Heuchemer und Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW
Copyright: Arton Krasniqi

Grüne Inseln, breite Flaniermeile: So soll der Campus Deutz der TH Köln voraussichtlich einmal aussehen.
Copyright: BLB NRW
TH Köln: Audimax und mehrere Hörsäle sowie Seminarräume geplant
Die Grundsteinlegung markiere einen wichtigen Meilenstein im ersten Bauabschnitt. Insgesamt sind drei Bauphasen vorgesehen. Laut Plan soll der Campus 2042 fertig sein. Das Hörsaalzentrum ist das erste Gebäude in einem der größten Hochschulbauprojekte in Nordrhein-Westfalen, Bauherr und Eigentümer ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW). „Das neue Hörsaalgebäude zeichnet sich durch eine klare architektonische Struktur mit hoher funktionaler Flexibilität und einem integrierten, energieeffizienten Gebäudekonzept aus“, sagte Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW.
Auf rund 3.500 Quadratmetern Nutzfläche entstehen in den nächsten Jahren ein Audimax, mehrere Hörsäle sowie moderne Seminar- und Arbeitsräume. Wissenschaftsministerin Ina Brandes, die zur Grundsteinlegung kam, sagte: „Die Investitionen an der TH Köln sind eine Investition in die Zukunft unseres Landes, denn hier werden unsere Fachkräfte von morgen ausgebildet. An der TH Köln gehen exzellente Forschung und praxisnahe Lehre für den direkten Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft Hand in Hand.“
Sichtbeton sowie eine transparente Gestaltung von Außenfassaden und Innenwänden sollen das Erscheinungsbild des Hörsaalzentrums prägen. Begrünte Fassaden mit Kletterpflanzen wie Pfeifenwinde und chinesischem Spaltkörbchen und ein begrüntes Dach sollen das Mikroklima vor Ort und damit die Aufenthaltsqualität verbessern.

Die Studierenden Lea, Marie und Marie (von links) der TH Köln in Deutz befürworten den Neubau nicht. Baumfällungen etwa sorgten in der Vergangenheit schon für Unmut und Protest.
Copyright: Arton Krasniqi
Energieeffizienz durch Geothermie und Photovoltaik
Die Planungen orientieren sich an städtischen Klima-Leitlinien sowie dem Klimaschutzplan des Landes NRW. Zum Einsatz kommen CO₂-reduzierte Baustoffe. Auf dem Dach des neuen Gebäudes sollen über 230 Photovoltaik-Module verbaut werden. Die TH Köln möchte den Campus energetisch modernisieren. Geothermie, Photovoltaik und die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung sollen die CO₂-Bilanz des Campus „signifikant“ verbessern.
Während des ersten Bauabschnitts (2022 bis 2028) wurde das Gelände vorbereitet, Bestandsgebäude abgerissen und ein Interimsparkplatz errichtet. Allein der erste Bauabschnitt soll laut früheren Prognosen 280 Millionen Euro kosten. Neben dem Bau des Hörsaalzentrums fallen in die erste Phase auch der Bau eines Fakultätsgebäudes und eines Parkhauses. Für Unmut und Proteste hatte zuletzt das Fällen von rund 50 Bäumen auf dem Campus gesorgt.