Köln – Das war ganz knapp: Kurz vor dem Zusammenprall mit einem Güterzug hat sich in Dünnwald eine Autofahrerin (24) dank eines aufmerksamen Busfahrers noch rechtzeitig aus ihrem Wagen gerettet. Ihr Navigationsgerät hatte die 24-Jährige in die Irre geführt, so dass sie mit ihrem VW an der Prämonstratenserstraße auf die Bahngleise abbog und dort steckenblieb. „Es war dunkel und es hat geregnet. Ich habe mich auf das Navi verlassen“, sagte die 24-Jährige den Polizisten nach dem Unfall. Der Busfahrer (48) der Linie 155 traute gegen 22 Uhr seinen Augen nicht. „Ich stand hinter dem Wagen der 24-Jährigen vor der geschlossenen Schranken. Als wir weiterfahren konnten, fuhr die Frau erst mit Verspätung los. Dann lenkte sie ihre Wagen auf die Gleise“, sagte der Busfahrer der Rundschau.
Der 48-Jährige dachte, die Autofahrerin wollte Selbstmord verüben. „Ich bin aus dem Bus und zu dem Wagen gelaufen und habe gerufen: Raus. Raus.“ Doch die Frau hätte zuerst nicht auf ihn gehört. „Sie versuchte, rückwärts zu fahren und von den Gleisen zu kommen. Doch die Reifen hingen fest“, sagte der Busfahrer. Erst als der 48-Jährige ihr immer wieder sagte, dass gleich ein Zug kommen könnte und ihr Leben wichtiger sei als das Auto, stieg sie aus. Etwa 30 Sekunden später donnerte ein mit Kohle beladener Güterzug heran, prallte mit voller Wucht gegen den Wagen und schob ihn 400 Meter vor sich her. In diesem Moment hätte die Frau angefangen zu weinen, berichtet der Busfahrer. Die Bundespolizei prüft nun, ob sie gegen die Frau wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Die viel befahrene Strecke war bis gegen 7 Uhr morgens in beide Richtungen gesperrt – 126 Züge hatten Verspätungen.
