- Ein Unfall hält die Kölner nicht davon ab ihren Traum zu leben.
- Sie wünscht sich, dass sich mehr Frauen trauen solche Touren zu machen.
Köln – Erst 2011 hat Jeannine Hawa ihren Motorradführerschein gemacht – seitdem sind Zweiräder und die 33-Jährige kaum noch voneinander zu trennen. Nachdem sie im Frühjahr 2014 einen schwereren Motorradunfall erlitten hatte, war trotzdem ihr erster Gedanke, so schnell wie möglich wieder aufs Bike steigen zu können. Ihre Genesung, eine Trennung und eine berufliche Neuorientierung sorgten dafür, dass Hawa sich im vergangenen Jahr „mit einem Sommerschlafsack, einem Bikini, einem Minirock und zwölf Flaschen Kölsch im Gepäck“ aufmachte, um von Müngersdorf bis zum Nordkap in Norwegen zu fahren.
„Ich fahre einfach gerne ungeplante, längere Touren“, so die „leidenschaftliche Harley-Fahrerin“ über ihre Motivation, die Welt alleine auf ihrem Motorrad (eine Harley Davidson XL1200T Superlow) zu erkunden. Ihre Reise zum Nordkap sei eine sehr spontane Aktion gewesen, nachdem sie während einer Reise durch Dänemark Fotos der Region gesehen hatte. „Am nächsten Tag habe ich mich gleich auf gemacht“, so Hawa.
In Dänemark ist es heiß - oder nicht?
Diese Spontanität erklärt auch die etwas optimistische Kleiderwahl in ihrem Reisegepäck zu einem der nördlichsten Punkte Europas: „Ich hatte mich eigentlich auf 30 Grad in Dänemark eingestellt“, lacht sie. Und die zwölf Flaschen Kölsch? Die waren als Gastgeschenk für die Couchsurfer gedacht, bei denen sie übernachtete.
Ende April möchte Hawa sich erneut auf eine längere Reise begeben – diesmal soll es in den Süden gehen. Nach Georgien, so war zunächst der Plan. Doch diese Idee hat sie aufgrund der anhaltenden Flüchtlingskrise und der dadurch entstandenen Situation auf der Balkanroute wieder verworfen. Marokko ist nun angedacht. Kölsch als Gastgeschenk wolle sie wieder einpacken.
Frauen, traut euch!
Probleme, weil sie als Frau in einer von Männern dominierten Domäne unterwegs ist, hatte Hawa bislang nicht. „Natürlich gibt es so einige, die sagen, das ist nur etwas für Männer. Aber die meisten finden es erstmal cool, dass man sowas als Frau macht.“ Sie wolle auch anderen Frauen Mut machen, solche Touren auf eigene Faust anzugehen. „Viele glauben, dass man, um auf einer Harley eine lange Tour machen zu können, einen Beiwagen mit Ersatzteilen und Werkzeug dabei haben muss. Ich denke, ich beweise das Gegenteil“, so die 33-Jährige selbstbewusst.
Außerdem will Jeannine Hawa kurz vor Saisonbeginn auf die generelle Lage von Motorradfahrern hinweisen und Autofahrer für die höhere Verletzungsgefahr jener sensibilisieren.
