Köln – Zweimal hatten Täter im Mai und Oktober 2017 einen Kölner Arzt in dessen Wohnung in Klettenberg überfallen. Am Donnerstag wurden nun zwei Männer wegen ihrer Beteiligung an diesen Überfällen zu Freiheitsstrafen verurteilt. Der Drahtzieher (30) der ersten Tat wurde wegen schweren Raubs und versuchten schweren Raubs im zweiten Fall zu einer dreieinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte die Männer, die die Tat dann ausführten, mit Informationen über das Opfer und sein Haus versorgt. Das Gericht ordnete die Einziehung von 33 200 Euro an Tatbeute an. Sein 28 Jahre alter Mitangeklagter, ein ehemaliger Bundeswehrsoldat, der nur am zweiten, gescheiterten Raub beteiligt war, wurde zu anderthalb Jahren auf Bewährung verurteilt.
Der 28-Jährige hatte zwar wegen Geldproblemen den Anstoß für den zweiten Coup im Oktober 2017 gegeben. Als sein Mittäter aber zur Tat schritt und versuchte den Arzt am frühen Morgen in dessen Garten in seine Gewalt zu bringen, blieb der 28-Jährige im Versteck liegen und rührte sich nicht. „Das ist alles ziemlich dumm gelaufen. Jetzt werden Sie bestraft, weil sie im Gebüsch gelegen haben“, sagte die Vorsitzende in der Urteilsbegründung.
Opfer verfolgte die Räuber
Der Komplize des 28-Jährigen, ein damaliger Untergebener (21) bei der Bundeswehr, war bereits im Januar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Arzt hatte den Angriff des 21-Jährigen abwehren und den Täter in die Flucht schlagen können. Anschließend hatte er die Verfolgung des Flüchtenden mit einem Motorroller aufgenommen und den 21-Jährigen im nahe gelegenen Klettenbergpark gestellt.
Hintergrund der Taten waren Gerüchte über drei Tresore im Haus des Arztes, in denen sich Gold und Schwarzgeld befinden sollte. Während der Taten war der Arzt in einem Betrugsverfahren wegen gefälschter Krankschreibungen vor dem Landgericht angeklagt. Er wurde zu über fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
