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„Ich war so verliebt“Stalker in Köln zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Mann am Telefon

Symbolbild

Köln – Es war eine extreme Beziehung, die ein 32-Jähriger aus Iserlohn mit einer Kölnerin von 2016 bis 2018 führte. „Ich war so verliebt“, sagte der Mann wiederholt vor dem Amtsgericht, wo er wegen Nachstellung, Körperverletzung, Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz sowie Bedrohung in neun Fällen angeklagt war. Der nichtvorbestrafte Mann wurde schließlich zu einem halben Jahr Gefängnis zur Bewährung verurteilt. „Das war eine extreme Beziehung. Aber auch eine Extrembeziehung ist kein rechtsfreier Raum“, sagte der Amtsrichter in der Urteilsbegründung. Als Bewährungsauflage muss der 32-Jährige 2000 Euro an den Weißen Ring bezahlen.

100 Textnachrichten an einem Tag

Die Vorwürfe gegen den Arbeiter, die er weitgehend einräumte, hatten es in sich. So hatte er die Geschädigte im Herbst 2017 an manchen Tagen 80 bis 90 Mal angerufen und ihr über 100 Textnachrichten geschickt. Ebenfalls im Herbst 2017 fing der Angeklagte, der damals noch in Wesseling arbeitete, die Frau vor ihrer Wohnung ab, als diese sich auf dem Weg zur Arbeit machte. Er ging neben ihr her, stieg mit ihr in den Bus und stalkte sie bis ins Büro auf ihrer Arbeitsstelle, obwohl beide schon getrennt waren. Die Frau erwirkte ein Näherungs- und Kontaktverbot vor dem Amtsgericht, das den 32-Jährigen aber nicht weiter scherte. Immer wieder rief er die Frau etliche Male am Tag an oder tauchte vor ihrer Wohnung auf. Dabei kam es auch zu Handgreiflichkeiten. Dass er die Geschädigte mehrfach mit dem Tode bedroht haben soll, stritt der Angeklagte ab. Auch Vorwürfe, er habe die Frau im Sommer 2017 über Stunden in ihrer Wohnung eingesperrt und misshandelt, wies er von sich. „Ich habe die doch nicht gefoltert“, entrüstete sich der Angeklagte. „Ich war sehr verliebt in sie und hatte Angst sie zu verlieren. Ich war sehr verzweifelt“, sagte der 32-Jährige.

„Es tut mir wirklich leid. Ich weiß auch nicht, was mich geritten hat. Aber wir hatten oft Theater. Sie wurde auch oft beleidigend“, sagte der 32-Jährige. Mittlerweile ist der Mann mit einer anderen Frau zusammen. Kontakt zu Ex-Freundin besteht keiner mehr.