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Projekte, Portale und NetzwerkeFünf Beispiele, wie dem Handel geholfen wird

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Merowinger Straße

Die Straßen wie leer gefegt, die Geschäfte geschlossen: Wie auf der Merowingerstraße in der Südstadt sieht es im Moment in ganz Köln aus.

  1. „Solidarität zum Anziehen“, Südstadt-Shopping oder helfende Handwerker: Die Coronakrise ist auch eine Zeit voller Solidarität.
  2. So helfen verschiedene Plattformen, Netzwerke und Portale dem Handel, über die schwierige Zeit hinweg zu kommen.
  3. Wir haben fünf bemerkenswerte Beispiele zusammengestellt.

Köln – Gastronomen, Einzelhändler, Dienstleister – sie alle bringt die Corona-Krise an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Mittlerweile bilden sich immer mehr Portale und Netzwerke, um sie zu unterstützen. Katja Lenz stellt fünf Beispiele vor.

Spenden mit Pulli und T-Shirt

„Solidarität zum Anziehen“ bietet das neue Portal „Ein Herz für Händler“, das in dieser Woche gestartet ist. Mit T-Shirts, Kapuzenpullis, Schlabberlätzchen oder Stofftaschen sollen die Kunden zeigen, dass sie die Geschäfte vor Ort unterstützen. „Alle Erträge, die aus dem Verkauf entstehen, werden als Spende an die Unternehmen weitergegeben“, erklärt Malte Hendricks, der „Ein Herz für Händler“ initiiert hat. Die Käufer bestimmen selbst, welches Geschäft sie unterstützen wollen. Die Händler, die Spenden empfangen möchten, können sich auf der Webseite registrieren. Die Kunden dürfen aber auch selbst Läden vorschlagen, die nicht gelistet sind: „Wir werden das Geschäft persönlich kontaktieren und die Spende übermitteln“, heißt es. Die Kleidung aus Bio-Baumwolle wird in einem Kölner Sportgeschäft bedruckt und verschickt.

Ein schwarzer Kapuzenpulli kostet zum Beispiel ab 25 Euro. Die Produktionskosten betragen laut Webseite etwa zwölf Euro, „der Rest geht an lokale Händler“. Weitere Ideen gibt es bereits: Demnächst sollen noch der Bleib-zu-Hause-Bademantel und die Bleib-zu-Hause-Kuscheldecke angeboten werden. Malte Hendricks ist einer der Gründer des Start-ups Loloco, das ein Treueprogramm für Kunden von stationären Händlern entwickelt hat.

www.herz-fuer-haendler.de

Online-Shopping in der Südstadt

Die Südstadt will in der Krise enger zusammenrücken. Die Interessengemeinschaft unterstützt eine neue Webseite, die jetzt die Angebote der Südstadt-Händler und -Gastronomen bündelt, ehrenamtliche Helfer bieten an, Waren auszuliefern. „Anstatt bei den großen bekannten Online-Shops zu kaufen, bitten wir euch, uns hier zu unterstützen“, heißt es in dem neuen Portal. Die Händler bieten ihre Waren über den gemeinsamen Online-Shop für die Südstadt an. Wer etwas beim Vorbeigehen im Schaufenster entdeckt, kann per Foto und QR-Code ordern. Das Angebot wird laufend ausgebaut. Die Fahrradkuriere liefern bis zu einem Radius von zwei Kilometern um die Südstadt, bei größeren Entfernungen, soll beim Bestellvorgang „Abholung beim Ladenlokal“ angegeben werden.

Zwei Geschäfte fungieren als „Abholstation“. Es können aber auch Gutscheine gekauft werden. Der Online-Shop ist regional begrenzt, teilnehmen können im Moment nur Einzelhändler, Selbstständige und Künstler aus der Südstadt. Die Gründe: die „begrenzte Reichweite der Fahrrad-Kuriere“ und „Versandoptionen ohne Postsendungen“. Man sei aber offen für Anfragen, mittelfristig sei auch eine Plattform für weitere Veedel denkbar.

www.suedstadt-shopping.de

Liefer-Union der Gastronomen

Die Plattform Mer Sin Eins ist ein Zusammenschluss von Gastronomen, Start-ups und Food-Bloggern, die einen gemeinsamen Lieferdienst aufziehen. Die Kunden können direkt über die Webseite bei den verschiedenen Restaurants bestellen. „Krisen können eine enorme Veränderungskraft freisetzen und beschleunigen häufig notwendige Entwicklungen“, sagt Sven Witthöft, einer der Initiatoren von Mer Sin Eins und Gründer von Vytal. Das Start-up hat in der letzten Zeit mit Gastronomen ein Mehrwegsystem für Schüsseln etabliert, um Verpackungsmüll bei Mitnahme-Essen zu vermeiden. Über das neue Portal können sich auch Gastronomen anmelden, die nicht selbst ausliefern, den Service übernehmen die anderen Partner.

www.mersineins.de

Handwerker unterstützen beim Mundschutz-Nähen

Die Kölner Handwerkskammer sieht es jetzt als „ihre zusätzliche Aufgabe an“, Handwerksunternehmen zu unterstützen, „die sich in diesen schwierigen Zeiten neuen Dienstleistungen widmen, neue Produkte anbieten oder neue Vertriebswege nutzen“. Über das Internetportal der Kammer können sich Handwerker eintragen, die „der Krise entsprechende Angebote“ haben. Es kann sich dabei etwa um selbstgenähte Mund-Nasen-Masken handeln. Das Portal unterscheidet nach „Masken, Kittel & Co.“ und „Sonstige Angebote“. Genutzt werden kann es von Organisationen und „interessierten Privatpersonen“. Wie die Handwerkskammer mitteilt, sei die Bereitschaft vieler Maßschneider, die die Gemeinschaft unterstützen wollen, ausschlaggebend gewesen für die Einrichtung der Seite.

www.unser-handwerk-hilft.de

Gutschein-Portal für 650 kleine Geschäfte

Mehr als 150 000 Euro sind in eineinhalb Wochen schon über das Portal Veedelsretter zusammengekommen. Hier können Gutscheine bei mehr als 650 registrierten inhabergeführten Betrieben, Freiberuflern und Selbstständigen gekauft werden. Damit wird Umsatz erzeugt, obwohl die Geschäfte eigentlich geschlossen sind.

Die Gutscheine werden dann später in den Läden eingelöst. Zusätzlich zum Gutscheinkauf kann Geld für den Veedelssoli gespendet werden. Dieser Betrag wird unter den registrierten Läden aus dem jeweiligen Veedel aufgeteilt. Hinter dem Portal steht die Köln Business Wirtschaftsförderung gemeinsam mit der Agentur Railslove. Laut Wirtschaftsförderung gehen alle Beträge ohne Abzug an die Unternehmen.

www.veedelsretter.koeln