5000 Kilometer, fünf Wochen und zehn Dom-Besuche lagen für Karin Bernhart und Peter Schmidt zwischen dem Kölner und dem Petersdom in Rom.
Charme schlägt BequemlichkeitIn einer BMW Isetta vom Kölner Dom zum Petersdom

Karin Bernhart und Peter Schmidt sind nach 5000 Kilometern in ihrer Isetta wieder gut in Köln angekkommen.
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Es war ein Urlaub, an den sich Karin Bernhart und Peter Schmidt noch lange erinnern werden. Denn wer fährt heutzutage noch in einem lauten Kleinstwagen mit 13 PS nach Italien? Karin Bernhart und ihr Partner Peter Schmidt haben es getan, denn im Falle einer BMW Isetta schlägt Charme Bequemlichkeit um Längen. Am 19. April zog das Paar am Kölner Dom die große Fronttür ihrer 64 Jahre alten Knutschkugel zu, um sich auf den Weg zum Petersdom in Rom zu machen. 5000 Kilometer, fünf Wochen und zehn Dom-Besuche später fällt das Fazit durchweg positiv aus.
„Es war wunderschön“, sagt Peter Schmidt: „Es war wirklich wunderschön. Weil man so unendlich viel sieht.“
Zunächst sah es so aus, als wäre die Fahrt schon in Köln zu Ende. Auf der Severinsbrücke machte die Isetta nur noch „tuk, tuk, tuk“. Die Feder des Zündkerzensteckers war defekt. Peter Schmidt hatte zwar einige Ersatzteile dabei, aber nicht dieses. Also ging es mit dem Abschleppdienst nochmal nach Hause, wo die Feder zum Glück schnell gefunden war.
Langer Bremsweg und volle Konzentration
Mit maximal 75 Stundenkilometern arbeiteten sich die beiden anschließend Richtung Alpen vor, größtenteils auf Landstraßen. Am Steuer saß überwiegend Karin Bernhart, während Freund „Schmiddi“ die Unterkünfte buchte und die Strecke im Auge behielt. Zwischenstopps gab es immer wieder an den großen Kathedralen zwischen Köln und Rom, denn das Motto der Nostalgie-Fahrt lautete „Dom-Tour“, selbstgestaltete Opferkerzen inklusive.

Fotopause mit Isetta in den Alpen
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„Es hat immer Spaß gemacht, aber es war manchmal auch anstrengend“, sagt Steuerfrau Karin Bernhart: „Weil man immer konzentriert sein muss, sind 200 oder 250 Kilometer am Tag auch genug.“ Allein der lange Bremsweg erfordert Isetta-Piloten volle Konzentration ab: „Man muss auch ständig schalten“, so die 64-Jährige.
Viel Verständnis für den kleinen Oldtimer im Verkehr
Auf dem Hinweg arbeitete sich das weiß-rote Wirtschaftswunderauto wacker den Simplonpass in der Schweiz hoch auf die Alpen, wo auf 2000 Metern Höhe sogar Schnee lag. Peter Schmidt gönnte seiner Isetta vor einiger Zeit den größeren 300-Kubik-Motor, der die Leistung von zwölf auf 13 PS steigerte. Klingt wenig, „aber der Sprung ist unvorstellbar“, sagt der 76-Jährige. Eigentlich sei der Mini-BMW immer gut mitgeschwommen im Verkehr. Und wenn nicht, gab es viel Verständnis für den kleinen Oldtimer mit dem großen Faltdach. Bis auf wenige Ausnahmen.
„In Deutschland war die Begeisterung überall groß“, sagt Schmiddi: „Alle erinnern sich an Opas Auto.“ In den Schweizer Innenstädten dagegen beobachtete er eine gewisse Arroganz gegenüber der Isetta: „Da fahren ja nur SUVs und die teuren Kisten rum.“ Umso mehr seien die Italiener auf das Auto angesprungen. „Da kommt auch öfter die Frage, was das denn kostet, die wollen den Wert wissen.“

Die Isetta in Rom
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Zweimal gerieten er und seine Freundin in Italien in eine Verkehrskontrolle. „Aber bestimmt nicht, weil wir zu schnell gefahren sind“, lacht Peter Schmidt: „Die Polizisten wollten wahrscheinlich nur einen Blick auf das Auto werfen.“
Papstaudienz verhindert Erinnerungsfoto auf dem Petersplatz
Eigentlich müssten die Italiener die Isetta besonders gut kennen, wurde sie doch ursprünglich vom italienischen Hersteller Iso konstruiert. Am erfolgreichsten wurde das fahrende Ei allerdings in Deutschland, wo es zwischen 1955 und 1962 bei BMW mehr als 160.000 Mal vom Band lief und das Unternehmen aus einer Krise rettete. Iso, längst pleite, hatte seinen Sitz in der Gemeinde Bresso bei Mailand. Hier befinde sich heute ein Wohngebiet, sagt Peter Schmidt, der auch hier einen Zwischenstopp einlegte. Immerhin eine nach der Isetta benannte Gasse erinnere noch an das Werk. Ein Foto für das Urlaubsalbum beweist es.
Das fest eingeplante Foto auf dem Petersplatz in Rom kam leider nicht zustande. Der ganze Bereich rund um den Petersdom war wegen einer Papstaudienz abgesperrt. Selbst für eine weiß-rote Knutschkugel aus dem „hilligen“ Köln gab es da keine Ausnahme.
