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Initiative in Köln„Housing First“ für Obdachlose nimmt Fahrt auf

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Obdachlos

Symbolbild

Köln – Die Initiative „Housing First“, die Wohnungslosen zu einer dauerhaften Unterkunft in einem Wohnviertel verhelfen will, macht Fortschritte. Der Verein Vringstreff hat die erste Wohnung für das Projekt „Housing First“ gekauft. „Es ist ein Einzimmer-Appartement in Ehrenfeld“, freut sich Jutta Eggeling, Geschäftsführerin des Vringstreffs. In die Wohnung wird voraussichtlich Ende Februar ein bisher wohnungsloser Mensch einziehen.

Begleitet wurde der Vringstreff durch den „Housing-First“-Fonds. Er ist vom Paritätischen NRW und dem Asphalt e.V./ fiftyfifty ins Leben gerufen worden und wird aus einer Bildspende des Künstlers Gerhard Richter im Wert von 1,2 Millionen Euro gespeist. Das NRW-Sozialministerium unterstützt den Fonds für drei Jahre mit einer Anschubfinanzierung. Der Fonds ist Trägern bei der Immobilien-Finanzierung behilflich, wenn sie damit Wohnungslosen ein Zuhause schaffen.

Offiziell sind in Köln 6000 Menschen als wohnungslos registriert. Jutta Eggeling vermutet jedoch, dass die tatsächliche Zahl wesentlich höher ist. Sie regt deshalb eine Zählung von Wohnungslosen an, wie sie nun erstmals in Berlin stattgefunden hat. Dort hatten rund 2600 Freiwillige eine Nacht lang alle Menschen, die auf der Straße leben, registriert. Am Freitag, 7. Februar, wollen die Berliner das Ergebnis der Zählung bekanntgeben.

Rat stimmt über städtisches „Housing First“-Projekt ab

In der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 6. Februar, bringt ein Bündnis aus CDU, Grünen, FDP und Ratsgruppe Gut einen Antrag zu „Housing First“ ein. Die Forderung: Die Stadt soll mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe und der GAG ein Pilotprojekt „Housing First“ entwickeln. Das Pilotprojekt soll über drei Jahre laufen und wissenschaftlich begleitet werden.

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