- Seit über zwei Jahren berichtet Philipp Fleiter im Podcast „Verbrechen von nebenan“ von wahren Fällen und ihren Hintergründen.
- Nun geht er damit auf Tour. Am Dienstag ist er im Tanzbrunnen zu Gast (Tickets ab 34,90 Euro).
- Dominic Röltgen hat sich mit Fleiter unterhalten.
Köln – Mit „Köln-Krimis“ gibt es einen eigenen lokalen Zweig des Kriminalromans. Sind die Kölner noch Krimi-affiner als der Rest der Republik?
Ich glaube, Krimis funktionieren in ganz Deutschland gut, weil jeder sich gerne etwas gruselt und Spannung mag. Aber Köln ist natürlich noch mal etwas ganz Besonderes, weil man da mit dem ganzen Umfeld wie dem berühmten Kölner Klüngel oder dem Dom viele spannende Geschichten erzählen kann. Ich glaube schon, dass sich die Stadt sehr, sehr gut für Krimis eignet.
Was hat Ihr Feuer für Kriminalgeschichten entfacht?
Buch zum Podcast
Im Buch „Verbrechen von nebenan: Die spektakulärsten Kriminalfälle aus dem Nr.1-Podcast“ (Goldmann Verlag, 14 Euro), präsentiert der Radiojournalist auf 368 Seiten neben den spektakulärsten Fällen aus zweieinhalb Jahren auch zehn neue Verbrechen und zahlreiche Experteninterviews. (roe)
Ich weiß gar nicht genau, womit das bei mir angefangen hat. Ich kann mich aber noch daran erinnern, wie ich mit sieben oder acht das erste Mal bei uns im Dorf in der Bibliothek gewesen war und dort die schwarzen Bücher von „Die drei ???“ gelesen habe – was in dem Alter vielleicht auch nicht so ganz normal ist. Aber seitdem bin ich eigentlich ein Krimi-Fan, und mittlerweile ist es mein Beruf.
Sind die fiktiven oder die wahren Geschichten gruseliger?
Ich glaube, dass ist jeweils eine andere Art von Grusel. Ein Krimi ist für mich ein wenig wie eine Achterbahnfahrt - man hat zunächst vielleicht ein wenig Angst, aber am Ende weiß man, dass es nur ein wenig Adrenalin war, einem aber eigentlich nichts passieren kann. Bei True-Crime-Geschichten hat das noch einmal eine andere Ebene. Wenn etwas in der eigenen Nachbarschaft passiert, man die Orte oder Personen kennt, dann hat das noch mal ein ganz anderes Level an Spannung.
Was war für Sie der spektakulärste Fall?
Spektakulär weiß ich gar nicht unbedingt, aber welcher Fall mich am meisten bewegt hat und immer noch bewegt, ist der ungeklärte Fall um Frauke Liebs, einer Schwesternschülerin aus Paderborn, die entführt und ermordet wurde vor 15 Jahren. Das war einer der wenigen unaufgeklärten Fälle, die ich in meinem Podcast behandelt habe. Eigentlich sind diese „Cold Cases“ für mich eher unbefriedigend. Aber dadurch, dass ich mit der Mutter des Opfers ein Interview führen konnte und auch Hörer sich immer wieder damit beschäftigten, ist der Fall auch für mich unglaublich spannend.
Wie kann man sich das auf der Bühne vorstellen?
Es wird einen Fall geben, der exklusiv für die Show behandelt wird, darüber möchte ich also noch nicht allzu viel verraten. Der zweite Fall wird dagegen ein Fall aus meinem kürzlich erschienenem Buch sein. Welcher das wird, können die Zuschauer vor der Show abstimmen, so dass jede Show ein wenig anders sein wird. Außerdem wird es viel Interaktion mit dem Publikum geben. Es darf auf jeden Fall mitgerätselt werden.
