Der Kölner Pfarrer Franz Meurer erhält eine Auszeichnung für sein soziales Wirken. Sie erinnert an ein tragisches Schicksal.
Brückenbauer wird geehrtKölner Pfarrer Franz Meurer erhält Mevlüde-Genç-Medaille

Das Wirken und die markante Stimme des engagierten Geistlichen Franz Meurer sind weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Köln hinaus bekannt. (Archivbild)
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Für seinen unermüdlichen Einsatz ehrt das Land NRW den Kölner Geistlichen Franz Meurer. Die Auszeichnung trägt den Namen einer Frau, die ein tragisches Schicksal erlitt.
Für seinen herausragenden Beitrag zum sozialen Miteinander erhält der langjährig in Köln wirkende Pfarrer Franz Meurer (74) die Mevlüde-Genç-Medaille. Diese Auszeichnung wird vom Land Nordrhein-Westfalen verliehen. Eine breite Bekanntheit erlangte der katholische Geistliche zudem durch seine Radioandachten auf WDR 2.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte den 74-Jährigen mit den Worten: „Seit Jahrzehnten setzt sich Franz Meurer mit beeindruckender Hingabe für Menschen ein, die Unterstützung brauchen – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status“. Der Ministerpräsident fügte hinzu, dass Meurer sich gegen soziale Isolation, Armut sowie mangelnde Zukunftsaussichten positioniere und Verbindungen zwischen Personen verschiedener Glaubensrichtungen und Herkünfte schaffe.
Geboren 1951 in Köln, empfing Meurer 1978 die Priesterweihe. In seiner Funktion als Seelsorger für die Gemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in Vingst sowie Höhenberg gestaltet er seit langer Zeit das gemeinschaftliche und soziale Leben in diesen Kölner Vierteln maßgeblich mit. Zu seinen zahlreichen Ehrungen zählt auch der Landesverdienstorden, der ihm 2020 verliehen wurde.
Ehrung im Gedenken an Solinger Brandanschlag
Die Landesregierung stiftete die Mevlüde-Genç-Medaille im Jahr 2018. Geehrt werden damit Einzelpersonen oder Gruppen, die durch ihren Einsatz für Dialog und Toleranz das friedliche gesellschaftliche Miteinander fördern.
Der Hintergrund der Auszeichnung ist die Nacht zum 29. Mai 1993. Damals legten vier junge Männer in Solingen Feuer im Wohnhaus der Familie Genç. Mevlüde und Durmuş Genç verloren bei diesem Attentat zwei ihrer Töchter, eine Nichte sowie zwei Enkelkinder. Weitere 17 Angehörige erlitten teils gravierende Verletzungen, unter deren Konsequenzen sie noch immer leiden.
Mit der Medaille soll an die beispielhafte versöhnliche Einstellung von Mevlüde Genç erinnert werden. Gleichzeitig ehrt sie Menschen, die sich in ihrem Sinne für Akzeptanz und den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft engagieren. Der Preisträger des Vorjahres war Ilkay Gündoğan, Fußballprofi und früherer Spielführer des deutschen Nationalteams. (dpa/red)
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