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Erster MeilensteinNeues Förderprojekt – Kunsthaus Kalk unterstützt angehende Kunststudierende

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Kunsthaus Mappenkurs

Kulturamtsleiterin Juana von Stein spricht ihr Grußwort.

15 Menschen mit Beeinträchtigungen haben den Bewerbungsmappenkurs des Kunsthauses Kalk erfolgreich absolviert.

Zufrieden und auch ein wenig stolz zieht Jutta Pöstges ein Fazit des ersten inklusiven Mappenkurses im Kunsthaus Kalk: „Die Künstlerinnen und Künstler haben super Ergebnisse in sehr kurzer Zeit erzielt“, sagt die künstlerische Leiterin der Einrichtung an der Dillenburger Straße 67. Inklusiver Mappenkurs heißt, dass Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigungen, unterstützt von erfahrenen Kunstschaffenden, Werke für eine Mappe schaffen, mit der sie sich an Kunstschulen und -akademien bewerben können.

Kunsthaus Mappenkurs

Ein markantes Porträt beherrscht den Raum.

Das Kunsthaus Kalk wird für einen dreieinhalbjährigen Testbetrieb unter anderem gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, dem Land NRW und der Stadt Köln. Auch Aktion Mensch und die Kämpgen Stiftung sind engagiert. Ziel ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen zu finden, die Kunst studieren möchten. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Kunstakademie Düsseldorf, der Universität zu Köln und der norwegischen Bergen School of Architecture.

Kunsthaus Mappenkurs

Sara Gioia Bouzougui-SY lässt sich von Horrorfilmen inspirieren.

Für ein Kunststudium ist eine Bewerbungsmappe unerlässlich. 15 Künstlerinnen und Künstler haben sich über Wochen getroffen und ihre Mappen unter Anleitung der Dozenten Erik Göngrich und Selma Gültoprak erstellt.

Man muss uns nicht wegsperren und man muss auch keine Angst vor uns haben
Natalie, Künstlerin

Einer der Künstler ist Filip Mijo Livaja, der seine ersten Schritte in Sachen Kunst im Kat 18 in der Südstadt gegangen ist. Dort hat man die Idee von der inklusiven Kunst entwickelt. Livaja hat in erster Linie Aquarelle gemalt. Sara Gioia Bouzougui-SY wird ihre künstlerischen Ambitionen nach dem Mappenkurs ein wenig zurückschrauben und sich auf ihre Schullaufbahn konzentrieren. Sara lässt sich bei ihren Werken gern von Horrorfilmen inspirieren. Dementsprechend leiden ihre Bilder nicht an Blutarmut. Natalie versteht Kunst nicht zuletzt als politisch und lässt Sätze wie „Ich liebe Köln und Köln liebt mich“ und „Man muss uns nicht wegsperren und man muss auch keine Angst vor uns haben“ in ihre Werke einfließen.

Erik Göngrich berichtete aus dem Alltag im Mappenkurs. Wichtig sei das allmorgendliche „Ankommen“ gewesen. „Es ging zunächst mal darum, sich in dem Raum wohlzufühlen und einander wahrzunehmen.“ Es seien Einzelwerke entstanden, aber auch ein großes Aquarell, an dem zehn Künstlerinnen und Künstler gemeinsam gearbeitet hätten. Ständiger Austausch der Kursteilnehmer hätte die Ergebnisse verbessert. Juana von Stein, die das städtische Kulturamt leitet, nannte das Kunsthaus einen „Ort mit Potenzial“. „Hier können Menschen mit Beeinträchtigungen eine künstlerische Ausbildung erhalten und ihr Talent sichtbar machen. Das Kunsthaus ist ein neuer Kulturstandort, der bundesweit ein wichtiges, künstlerisch bereicherndes Signal aussendet.“


Im Kunsthaus Kalk geht es nun weiter mit einem „Orientierungsjahr Freie Kunst“. 50 Menschen mit Beeinträchtigungen haben sich beworben. Eine Jury sucht in diesen Tagen 15 von ihnen aus. Während des Orientierungsjahrs wird man sich über einen längeren Zeitraum mit der Entwicklung der Kunstschaffenden beschäftigen. Zum Beispiel sind gemeinsame Ausstellungsbesuche geplant. Die Ausstellung der Mappenkurswerke ist zum Beispiel am Tag der Offenen Tür am Freitag, 17. Juli, von 13 bis 18 Uhr in den Räumen des Kunsthauses an der Dillenburger Straße 65 in Kalk zu sehen.