Zukunft des KalkbergsBürgerinitiative fordert Landschaftspark statt Umgehungsstraße

Boris Sieverts, (3.v.l.) bei eine seiner Führungen am Kalkberg.
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Köln-Kalk/Buchforst – Jetzt schon nachdenken über die Zeit nach der Hubschrauberstation: Das ist der richtige Weg, meinen auch die Vertreter der Bürgerinitiativen Mehr Grün in Kalk, Kalkberg und Buchforst Mobil. Deshalb begrüßten sie es, als der Stadtrat im September 2020 eine Machbarkeitsstudie zu künftigen Nutzungsmöglichkeiten des Kalkbergs in Auftrag gab. Wobei die Initiativen die ehemalige Müllhalde der CFK gern zu einer Art Landschaftspark für die mit Erholungs- und Grünflächen chronisch unterversorgten Stadtteile Kalk und Buchforst machen würden.
Straße geht von der Stadtautobahn ab
Insofern irritiert es die Initiativen, dass auf derselben Ratssitzung auch der „Östliche Ringschluss“ beschlossen wurde, ein Maßnahmenpaket im Bereich Straßenbau, zu dem auch die „Westumgehung Kalk bis zur Karlsruher Straße“ gehört. Gemeint ist damit eine Straße, die einmal von der Stadtautobahn abgehend, zwischen Bahntrasse und dem westlichen Hang des Großen Kalkbergs entlang bis zur Karlsruher Straße führen soll.
Grund dafür ist laut dem Amt für Verkehrsmanagement der Wohnungsbau auf den ehemaligen Industriegelände an der Deutz-Mülheimer Straße: Der nämlich erfordere „ein angemessen dimensioniertes verkehrliches Angebot, das auch den Aus- und den Neubau von Straßeninfrastruktur beinhaltet“. So formuliert es das Amt in seiner Antwort auf eine Einwohneranfrage der Bürgerinitiativen zur Verträglichkeit der beiden Ratsbeschlüsse. In einem anderen Kontext hatte die Verwaltung dieses Straßenbauprojekt als „städtebaulich unkritisch“ bezeichnet, es liege schließlich „im Schatten der vorhandenen Bahntrasse und des Kalkbergs“.
Initiative will Spielplätze, Dirt Tracks für Jugendliche und Boule-Plätze
„Diese Einschätzung teilen wir nicht“, schreiben die initiativen im Text ihrer Anfrage. Denn solche Schattenbereiche würde beispielsweise Boris Sieverts, Mitglied der Bürgerinitiative Kalkberg, gern sinnvoll nutzen. Ein künftiger Landschaftspark könnte die Stadtteile Kalk, Buchforst, Mülheim und Deutz verbinden, sogar auf dem als unwirtlich geltende Gelände unterhalb der Autobahntrasse könnte man Freizeitattraktionen wie Spielplätze, Dirt Tracks für Jugendliche, Boule-Plätze oder auch Proberäume ansiedeln, wie Sieverts im Rahmen seiner Stadtführungen rund um den Kalkberg gern erläutert. Eine neue Straße, die das Gelände zerschneidet, würde da empfindlich stören.
„Man hört auch, dass das ziemlich alte Pläne sind, die von den Betreibern der Messe kamen. Die wollten wohl ihre Hallen und Parkhäuser besser an das Autobahnnetz anbinden“, meint Sieverts. Eine Abfahrt zur Karlsruher Straße wäre überdies unpraktisch, weil der Verkehr dann bis zum Pfälzischen Ring noch einige Bahnunterführungen unterfahren müsste: „Die sind nur für kleine Lkw hoch genug.“ Wenn überhaupt, dann wäre eher eine Abfahrt in Höhe der Kleingartenanlage an der Wermelskircher Straße sinnvoll. „Immer wieder wird versichert, man habe alle Alternativen geprüft. Aber als Bürger hat man nicht den Eindruck, dass da ernsthaft geprüft wurde.“
Verwaltung tröstet mit Rad- und Fußwegen
Es tröstet auch wenig, wenn die Verwaltung hinzufügt, dass die Westumgehung Kalk „selbstverständlich straßenbegleitende Geh- und Radwege“ erhalte. Immerhin bleibt noch ein wenig Zeit: „Aufgrund der Komplexität des Projektes und mit Blick auf das Genehmigungsverfahren ist mit einem Baubeginn frühestens ab circa Mitte 2028 zu rechnen“, schreibt das Amt für Verkehrsmanagement.
