Die Anwohnerin wünscht sich, dass GAG und Stadt für mehr Sicherheit in der Siedlung an der Thorwaldsenstraße und der Nobelstraße sorgen.
„Hier wird irgendwann Blut fließen“Anwohnerin beklagt E-Scooter-Raserei in GAG-Siedlung in Köln-Vingst

E-Scooter in Köln-Vingst
Copyright: Rika Kulschewski
Geht man durch die GAG-Siedlung in Köln-Vingst an der Thorwaldsenstraße und der Nobelstraße, hört man immer wieder das Klingeln eines E-Scooters oder eines Fahrrads. Häufig fahren die Menschen auch ohne vorherige Ankündigung schnell an einem vorbei. In der Siedlung stehen und liegen etliche E-Scooter verteilt. Eine Anwohnerin, die anonym bleiben möchte, macht sich große Sorgen, dass es zu Unfällen kommen wird: „Die rasen hier wie sonst was lang“, beklagt sie.
In der Siedlung leben viele Familien mit Kindern, und viele Bewohner gehen dort mit ihren Hunden spazieren. „Ich bin gerade schon wieder dreimal beinahe angefahren worden“, sagt die Anwohnerin. „Die klingeln zwar häufig, aber das bringt auch nichts, und wenn man was sagt, wird man beleidigt.“ Sie wünsche sich, dass die Situation kontrolliert und gesichert werden würde. „Hier wird irgendwann Blut fließen, weil diese Raserei ausartet“, sorgt sich die Anwohnerin.
Köln-Vingst: Anwohnerin beklagt E-Scooter-Raserei
Das Fahren von E-Scootern und Fahrrädern ist allgemein auf Wegen nicht verboten, es gelte aber laut GAG, dessen Privatgrundstück die Siedlung ist, das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme. „Das friedliche und respektvolle Miteinander in unseren Siedlungen und Quartieren ist uns ein großes Anliegen“, teilt die GAG auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Leider beobachten auch wir einen gesamtgesellschaftlichen Trend zu mehr Rücksichtslosigkeit und zur zunehmenden Missachtung von Regeln.“
Die Bewohnerin wünscht sich von Stadt und GAG Maßnahmen für mehr Sicherheit, etwa eine stärker kontrollierte Ausleihe von E‑Scootern. „Teils sind das sicherlich auch Jugendliche unter 14 Jahren, die gar keinen E-Scooter fahren dürfen“, mutmaßt sie. Sie hat sich mit ihrem Anliegen bereits an die Stadt gewandt, eine Antwort hat sie bislang nicht erhalten; das städtische Beschwerdemanagement teilte lediglich mit, man werde sich melden.
Siedlung in Vingst ist Privateigentum der GAG
Da die Flächen der Siedlung und ihre Verbindungswege großteils Privateigentum der GAG sind, sei die Stadt Köln nicht zuständig für die Kontrolle, teilt sie auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Hier obliegt dem Eigentümer die Kontrolle bzw. die Ahndung. Auf den öffentlichen Straßen bewegen sich E-Scooter gemäß der deutschlandweit gültigen Straßenverkehrs-Ordnung und Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung und werden innerhalb dieser durch die Polizei kontrolliert.“
Das Ordnungsamt habe laut Stadt bisher keine Problematik mit E-Scootern vor Ort festgestellt. Die GAG teilt aber mit, dass Meldungen über zu schnell fahrende E-Scooter im Kundencenter in Vingst vereinzelt angekommen seien. „Allerdings hat die GAG als kommunales Wohnungsunternehmen nicht die Kapazitäten, um auf ihren Grundstücken Kontrollen durchzuführen und Fehlverhalten zu sanktionieren“, heißt es auf Anfrage.
Dass die Raserei in Kürze eingedämmt wird, scheint also unwahrscheinlich. Für die Anwohnerin ist das ein Grund zu Ärgernis: „Es kümmert sich einfach keiner hier.“ Die Stadt betont, dass die kontrollierte Nutzung von E-Scootern durch Anbieter und die dort hinterlegten Vertragsbedingungen erfolgen solle. „Seitens der Verwaltung werden zusätzlich sukzessive weitere Mobilstationen eingerichtet, um den ruhenden Verkehr zu ordnen und Barrierefreiheiten sicherzustellen. Hier hat die Verwaltung den Bereich zur Prüfung aufgenommen“, teilt die Stadt mit.
Sie sei davon überzeugt, dass E-Scooter einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende in Köln leisten können: „Es ist aber selbstverständlich unabdingbar, dass sowohl die Stadtverwaltung als auch die Verleihfirmen Vorkehrungen und Regelungen treffen und umsetzen, die dafür sorgen, dass E-Scooter einem ordentlichen Stadtbild und den Ansprüchen an die Barrierefreiheit nicht im Wege stehen.“