Die Kölner Unfallkommission und der Landesbetrieb Straßen.NRW ziehen Konsequenzen aus einem tragischen Unglück.
Tödlicher Unfall an BordsteinMotorradfahrer stirbt in Köln – so reagiert Straßen.NRW

Nach einem tödlichen Motorradunfall auf der östlichen Zubringerstraße (L124) an der Ausfahrt Köln-Vingst wurde ein Bordstein als Gefahrenstelle identifiziert und mit Warnbaken markiert.
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Nach dem tödlichen Motorradunfall in Vingst, bei dem im Sommer ein 35-Jähriger ums Leben kam, wird es an der Unfallstelle Konsequenzen geben. Die Kölner Unfallkommission hat sich bereits mit dem Unfallgeschehen und den Gegebenheiten vor Ort befasst. „Dabei wurden sowohl der Unfallhergang als auch die bauliche Situation an der Ausfahrt betrachtet“, erklärte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW auf Nachfrage unserer Redaktion.
Nach Polizei-Angaben war der junge Mann am 3. Juli gegen 17.30 Uhr mit seiner Suzuki auf der östlichen Zubringerstraße (L124) stadtauswärts in Richtung Autobahnkreuz Köln-Gremberg gefahren und hatte dann kurz vor der Fahrbahntrennung zur Ausfahrt Vingst nach rechts gelenkt – offenbar, um die Ausfahrt noch zu erreichen. Beim Überfahren einer Bordsteinkante verlor er die Kontrolle über sein Motorrad und wurde über die Leitplanke gegen einen Baum geschleudert. Er starb kurz darauf im Krankenhaus.
Kölner Unfallkommission identifiziert Bordstein als Gefahrenquelle
Nach den Erkenntnissen zum Unfallverlauf habe der Motorradfahrer beim Wechsel der Fahrstreifen eine durchgezogene Linie überfahren, sagte der Sprecher von Straßen.NRW. „Zugleich stellte die Unfallkommission fest, dass die dortige Bordsteinkante, insbesondere bei höherer Geschwindigkeit, schwer erkennbar ist. Nach Einschätzung der Unfallkommission hat diese eingeschränkte Erkennbarkeit für den Unfallverlauf eine relevante Rolle gespielt.“ Somit scheint klar: Der Mann wechselte die Fahrstreifen zwar verbotswidrig, unterschätzte aber massiv die Gefahr, die von diesem Manöver ausging. „Die Unfallkommission hat den Bordstein als Gefahrenquelle identifiziert“, bestätigte ein Sprecher der Stadt Köln.
Straßen.NRW trat dem Eindruck entgegen, bei dem Bordstein handele es sich um überflüssige Reste einer früheren Mauer oder eines anderen Bauwerks. „Der Bordstein ist Bestandteil des Straßenkörpers und erfüllt eine wichtige Funktion bei der geordneten Oberflächenentwässerung“, sagte der Sprecher. Gerade im Bereich von Ausfahrten sei eine funktionierende Entwässerung für die Verkehrssicherheit wichtig. „So wird das Risiko von Aquaplaning verringert und zugleich verhindert, dass zurückbleibendes Wasser bei winterlichen Temperaturen gefriert und zu Glätte auf der Fahrbahn führt.“
Im Auftrag der Unfallkommission hat Straßen.NRW geprüft, ob der Bordstein entfernt werden kann. Ergebnis: Würde man ihn abbauen, würde das Regenwasser vermehrt über alle vier Fahrstreifen zum Innenrand der Straße abfließen, so der Sprecher. Daher habe man entschieden, den Bordstein zu behalten, um die Verkehrssicherheit nicht zu beeinträchtigen. Zur Kennzeichnung der Gefahrenstelle seien unmittelbar nach dem Unfall Warnbaken aufgestellt worden. Außerdem soll die bestehende Fahrbahnmarkierung aufgefrischt werden. Dies sei bereits beauftragt „und wird baldmöglichst erfolgen“, so der Sprecher.
Unfallstelle wird mit festen Leitschwellen markiert
Nach seinen Angaben sollen die momentan an der Unfallstelle stehenden Warnbaken „nach Abstimmung mit der Unfallkommission durch festinstallierte Leitschwellen mit Fähnchen ersetzt werden, um die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmenden zusätzlich zu schärfen“. Man beabsichtige auch, die bestehende Markierung zu verlängern, „wofür allerdings im Vorfeld die Anordnung der Straßenverkehrsbehörde erforderlich ist“. Laut des Sprechers der Stadt Köln wird die Unfallstelle in Vingst in der nächsten Sitzung der Kölner Unfallkommission am 18. November erneut Thema sein.
Straßen.NRW will den tragischen Unfall zum Anlass nehmen, ähnliche mögliche Gefahrenstellen in den Blick zu nehmen. „Der Unfall auf der L124 hat den Blick auf vergleichbare bauliche Konstellationen an Ausfahrten zusätzlich geschärft“, betonte der Sprecher. „Auf solche Situationen wird bei den laufenden Kontrollen derzeit noch einmal besonders geachtet.“
Unfallzeugin begrüßt Reaktion der Behörden
Didem Ergül (34) aus Pulheim war Zeugin des schrecklichen Unfalls. Unserer Redaktion sagte sie, es sei für sie „eine große Erleichterung, dass die Gefahrenstelle nun entschärft werden soll und konkrete Maßnahmen vorgesehen sind. Auch wenn sich der Tod des Motorradfahrers dadurch nicht rückgängig machen lässt, gibt es mir ein gutes Gefühl, dass aus diesem tragischen Ereignis zumindest Konsequenzen gezogen werden.“ Ihr sei von Anfang an wichtig gewesen, dass auch geprüft werde, ob es an anderen Ausfahrten vergleichbare Gefahrenstellen gebe. „Umso mehr begrüße ich, dass Straßen.NRW solche Stellen ebenfalls in den Blick nehmen möchte. Ich hoffe sehr, dass die Maßnahmen dazu beitragen, künftig Unfälle zu verhindern und Menschenleben zu schützen. Für mich persönlich wäre es schwer gewesen, wenn nach diesem tragischen Ereignis einfach alles unverändert geblieben wäre.“