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Finale in der „Live Music Hall“„Loss mer singe“ kürt die „Karnevalsmaus“ zum Hit der Session

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„Ich bin 'ne Karnevalsmaus“: Druckluft bei einem Auftritt in der Stadthalle.

„Ich bin 'ne Karnevalsmaus“: Druckluft bei einem Auftritt in der Stadthalle.

Der Song von Druckluft sammelte mehr als doppelt so viele Punkte wie Kasalla auf Platz zwei. Platz drei hatte vor der Session kaum jemand auf dem Schirm. 

Welcher der Hit der aktuellen Karnevals-Session werden würde, war im Prinzip schon klar, bevor das Dreigestirn im Gürzenich proklamiert wurde. Die „Karnevalsmaus“ der Bonner Brass-Band Druckluft war bereits zum Sessionsstart am Elften Elften überall. Jetzt steht auch offiziell fest: Druckluft ist mit dem Titel „Karnevalsmaus“ der Gewinner der Kneipentour von „Loss mer singe“. In rund 50 Einsingabenden hatte die Mitsing-Initiative in den vergangenen Wochen 22 neue Sessions-Lieder getestet, an allen Abenden wählte das Publikum seine Lieblingslieder.

Am Samstag beim Finale in der „Live Music Hall“ wurde schließlich das eindeutige Endergebnis verkündet. 36.707 Punkte sammelte die „Karnevalsmaus“, mehr als doppelt so viele wie „Adios Amigos“ von Kasalla auf Platz zwei (17.488) und „Minsche der Stadt“ von Lupo (14.603) auf dem dritten Rang. Die Ballade von Lupo hatte vor der Session kaum jemand auf dem Schirm. Der Titel erschien bereits im Dezember 2024, als die „Loss mer singe“-Auswahl der vergangenen Session schon feststand. Hätte die Mitsing-Initiative den Titel in dieser Session nicht noch einmal auf den Liederzettel der Einsingabende genommen – er wäre vermutlich für immer unter dem Radar geblieben. 

Für die Band Druckluft ist das Ergebnis der nächste Höhepunkt einer Session im Rausch. „Überall, wo wir hinkommen, sind die Leute ultra heiß auf den Song. Das kannten wir bisher so nicht“, sagte Frontmann Florian Hertel zuletzt im Gespräch mit der Rundschau.

Live-Premiere schon im Sommer

Der Begriff der Karnevalsmaus sei Hertel bereits vor zwei Jahren gekommen, der Refrain fiel ihm schließlich im Auto ein. Er verschickte Demos an befreundete Musiker, Mo-Torres steuerte die Strophen bei. Live-Premiere feierte der Song schon im Juni beim Egerländer-Festival im Tanzbrunnen. „Dann nahm das Ganze völlig überraschend Fahrt auf“, erinnert sich Hertel. Bei einem Open-Air in Viersen ergänzte die Band den Song um den simplen Mitmach-Teil, in dessen Zentrum die wackelnden Mause-Ohren stehen. Schon bevor der Song veröffentlicht wurde, verbreitete sich das Video davon wie ein Lauffeuer, unzählige Tanzgruppen griffen den Tanz in eigenen Videos auf. „Eigentlich war die Karnevalsmaus mal als Sommer-Song geplant“, sagt Hertel. Doch der Hype hielt bis zur Sessionseröffnung am Elften Elften und hat bis heute immer größere Dimensionen angenommen.