Kommentar zum 11.11. in KölnStadt darf die Anwohner nicht aus den Augen verlieren

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Müll und Flaschen liegen nach dem Elften im Elften auf der Straße.

Müll und Flaschen liegen nach dem Elften im Elften auf der Straße.

Bei vielen Anwohnern in Köln haben sich über die Jahre unmenschliche Bilder zum Elften im Elften eingebrannt.

In den Tagen nach dem Elften Elften richtete sich der Blick vor allem auf den Schutz des Grüngürtels und den vermüllten Hiroshima-Nagasaki-Park am Aachener Weiher. Auch die Diskussion um eine neue Bühne auf dem Hohenstaufenring nahm schnell Fahrt auf. Dass die Stadt in ihrem Konzept für den Straßenkarneval nach einem Jahr ohne große Veränderungen endlich neue Wege gehen will, ist grundsätzlich erfreulich. Doch was sie bei der Debatte nicht aus den Augen verlieren sollte, sind die Anwohner.

Bei vielen von ihnen haben sich über die Jahre unmenschliche Bilder eingebrannt. Sie leiden darunter, dass die feiernde Masse Scherben, Kot und Erbrochenes in Einfahrten und Vorgärten hinterlässt. Egal wie die Pläne für die Zukunft aussehen — so schnell wird sich die unangenehme Entwicklung im Kwartier Latäng und auch anderswo nicht stoppen lassen. Umso wichtiger ist es, dass die Stadt die Anwohner mit ihren Problemen nicht alleine lässt.

Politik und Verwaltung müssen Lösungen finden, um die Auswüchse in den Veedeln zu reduzieren. Weil ganze Veedel aber nicht abgeriegelt werden können, wird es auch in den kommenden Jahren Probleme geben. Dass sich die Bürger über rechtliche Schritte Gedanken machen, ist nachvollziehbar. Die Stadt darf die Sorgen der zu Recht besorgten und verärgerten Menschen nicht unter den Tisch fallen lassen. Die vielen Anliegen der Anwohner vor, während und nach den jecken Tagen brauchen einen Adressaten. Ein erreichbarer Ansprechpartner bei der Stadt könnte ein Anfang sein.

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