Die Bläck Fööss haben vor ihrem Jubiläumskonzert im Kölner Tanzbrunnen etliche neue Songs produziert. Mirko Bäumer und Pit Hupperten erklären, was hinter den Titeln steckt.
Jubiläums-Open-AirDas steckt hinter den neuen Bläck-Fööss-Songs

Die Bläck Fööss freuen sich auf ihr 50. Tanzbrunnen-Jubiläum. Die Kultband hat dazu fünf neue Songs im Repertoire.
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Seit einem halben Jahrhundert stehen die Bläck Fööss jedes Jahr auf der Bühne, die sie liebevoll „Wohnzimmer“ nennen. Gemeint ist das Open-Air-Gelände am Tanzbrunnen. Am 29. August 2026 feiert die Kultband ihr besonderes Jubiläum mit vielen brandneuen Songs.
Mit dabei sind auch die Ur-Fööss Erry Stoklosa und Bömmel Lückerath sowie Kafi Biermann und Ralph „Gus“ Gusovius, die jeweils ihre Lieblingssongs präsentieren. Dazu kommen noch zwei Überraschungsgäste.
Bläck Fööss: Jubiläumskonzert am 29. August im Tanzbrunnen
In den vergangenen Jahren haben die Fööss viele gute Titel veröffentlicht, doch so ein richtiger Kracher, den ganz Köln singt, war noch nicht dabei. EXPRESS.de sprach exklusiv mit den beiden Fööss-Sängern Mirko Bäumer und Pit Hupperten über die neuen Songs, die die Kultband nun im Repertoire hat.
„In der Vergangenheit haben wir vielleicht zu viel über unsere neuen Songs diskutiert und uns dadurch selbst ein Stück ausgebremst“, sagt Bäumer. „Wir haben es dieses Mal einfach durchgezogen und viele Ideen in den neuen Titeln verarbeitet“, ergänzt Hupperten.
Die Musiker sind nicht nur von ihrer Kreativität begeistert, sondern spornen sich dadurch selbst an. „Wir haben so viele neue Lieder wie noch nie produziert und noch immer sprudeln die Ideen“, sagt Bäumer. Einer davon ist der Gute-Laune-Sommersong „Sommernaach am Rhing“, der perfekt zu jeder Sommerparty passt.
Tiefsinniger ist dagegen die Ballade „Fründschaft“, die sich musikalisch im Stil von Simon & Garfunkel präsentiert. „Freundschaft bedeutet, zu versöke zo verston, wat mer nit kennt, zo spöre, wat dä andre wirklich denk. Das ist auch manchmal intern in der Band, wenn man merkt, dass jeder seinen eigenen Kopf hat und vielleicht in eine andere Richtung denkt als man selbst. Um alle auf eine Spur zu bringen, bringt es überhaupt nichts, wenn du deinen eigenen Kopf immer durchsetzen willst“, sagt Hupperten. „Vielmehr musst du dich damit beschäftigen, wo der andere gerade unterwegs ist. Nur so kann es funktionieren.“

Die Bläck Fööss feiern wieder ihren traditionellen Familijedach am Tanzbrunnen und das bereits zum 50. Mal.
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Beim Song „Nit uns Sproch“ haben die Fööss einmal mehr die Entwicklung der Stadt musikalisch verarbeitet. „Es wird alles immer teurer. Man sieht ältere Menschen, die in Mülltonnen herumwühlen. Es gibt nur eine Sache, die uns niemand nehmen kann und die auch kein Geld kostet: uns Sproch“, betont Bäumer.
Im Song heißt es: „Rieß mir et Hätz us d’r Brus, et letzte Cash us d’r Botz. Nemm dir alles, ävver nit uns Sproch. Et letzte Hemp us mingem Schrank, dä letzte Euro vun d’r Bank. Nemm dir alles, ävver nit uns Sproch.“ Der Song, der auch beim „Daach der kölschen Sproch“ (27. September 2026) eine Rolle spielen wird, verbindet Tradition mit moderner Popmusik.

Mirko Bäumer (l.) und Pit Hupperten freuen sich schon auf das Jubiläumskonzert der Bläck Fööss im Tanzbrunnen.
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Eher zweideutig ist der Titel „Bläcke Fööss“. Hupperten: „Der Song ist zum einen eine Lobhudelei an unsere Füße. Bläcke Fööss – knaatsche vür Ping, han se de Bettkant nit jesinn. Zum anderen nehmen wir uns selbst ein wenig auf die Schippe. Sin och Bläck Fööss bei uns Projramm, losse m’r do nit jeder dran. Sin eine Jott un eine Pott – die kriste och niemols kapott“.
In der Ballade „Et letzte Leed“ fragen die Fööss: „Wat es dat allerletzte Leed? Wat singk mer, wenn et dunkler weed?“ Bäumer: „Welches Lied würde man, wenn man nur noch eine Gelegenheit hätte, singen oder hören wollen? Der Song kommt nicht nur dramatisch bei den Leuten an, sondern macht auch was mit ihnen.“
Auf die Frage, welches Lied er selbst am Ende singen würde, wird Mirko nachdenklich: „Ganz schwere Frage. Vielleicht ‚Who Wants to Live Forever‘ von Queen. Möglicherweise möchte ich auch nicht mehr singen, wenn es mit mir zu Ende gehen sollte. Musik ist dann gar nicht mehr wichtig für mich und ich nehme lieber noch einmal meine Familie in den Arm. Dabei habe ich sehr nah am Wasser gebaut“, gesteht der Sänger.
„Leider kommen die Einschläge immer näher und man muss immer häufiger einen Menschen verabschieden. Ich versuche immer, gefasst zu bleiben, doch sobald ein Song, der den Verstorbenen ein Leben lang begleitet hat, erklingt, sehe ich ihn wieder vor mir, wie er singt und tanzt, dann gehen bei mir die Lampen aus.“