Die Kölner Band Kasalla kann endlich das eigene Brauhaus eröffnen. Im Marie & Johann feierten geladene Gäste schon mal eine Party.
Kasalla-BrauhausKarnevals-Ikone Sebus sorgt für emotionalen Moment bei Eröffnung
„Alle Jläser huh!“ Selten passte der Kasalla-Songtitel besser als am Dienstagabend (16. Juni 2026) im Marie & Johann. Die Kölschrockband konnte endlich mit ihren Gästen das Pre-Opening des eigenen Brauhauses an der Aachener Straße feiern.
Nach mehr als zwei Jahren Planung, Genehmigungen und Umbau war es endlich so weit. Die Fliesen an der Theke wurden vor zwei Wochen angebracht, die Außenwerbung fixierte King-Loui-Frontmann Max Rohde mit seinem Team noch am Vormittag.
Marie & Johann in Köln: Die ersten Tage sind schon komplett ausgebucht
Als die ersten der geladenen Gäste in das komplett neu errichtete Brauhaus strömten, waren sie voll des Lobes. „Ein echt gelungener Laden“, sagte Radiomoderator Olli Briesch. „Richtig gemütlich und urkölsch“, fand RTL-Moderator Andreas von Thien das Lokal.
„Vor ein paar Wochen sah es hier noch anders aus“, freute sich auch Kasalla-Managerin Kim Gerstenberg, die das Projekt zusammen mit dem Kölner Gastronom Till Riekenbrauk (Brauhaus Johann Schäfer) auf die Beine gestellt hat. „Aber das war eine echte Punktlandung.“
Mit dem Marie & Johann soll die Gastromeile der Aachener Straße noch ein Stück verlängert werden. Im Brauhaus werden sich auch Menschen wohlfühlen, die mit der Band keine Berührungspunkte haben. „Natürlich steckt viel von uns in diesem Haus. Aber wir wollten kein Kasalla-Museum bauen. Das Brauhaus soll für alle da sein – für das Veedel, für Köln und für alle Gäste unserer Stadt“, sagt Frontmann Basti Campmann.

Auch Köln-Legende Ludwig Sebus (r.) war am Dienstagabend (16. Juni 2026) zum Pre-Opening ins Brauhaus gekommen. Er sang sogar beim Song „Wenn ich ne Engel bin“ mit.
Copyright: Marcel Schwamborn
Lediglich kleine Botschaften, sogenannte „Easter Eggs“, sind im Gebäude versteckt. Vor der Tür hängt ein alter Kaugummiautomat, der mit Kasalla-Pins bestückt ist. Im Regal finden sich ein paar „Jröne Papajeie“. Auf dem Weg zur Toilette hängen Kinderfotos der Musiker. Aus den von der Decke baumelnden Kopfhörern klingen Lieder der Band. Die Bierdeckel haben Flo Peil und Rene „Ena“ Schwiers gestaltet. Auf der Speisekarte steht passend zum Hit auch „Pommes & Champagner“.
Campmanns Vater Nobby betrieb einst die Altstadt-Kneipe Söckchen. „Da habe ich mir damals beim Kellnern schon was dazuverdient“, erinnert sich der Kasalla-Frontmann. „Ich hatte große Erwartungen an dieses Brauhaus und bin nun von der Umsetzung begeistert.“ Managerin Kim hat jahrelang gekellnert und freut sich ebenfalls auf das neue Geschäftsfeld der Erfolgsgruppe.

Kasalla freut sich mit Managerin Kim Gerstenberg (2.v.l.) und Gastronom Till Riekenbrauk (r.), dass das Marie & Johann nun eröffnet hat.
Copyright: Alexander Schwaiger
Zum Pre-Opening war die kölsche Szene gekommen. Stephan Brings, Sabine Heinrich, Heinrich Becker, Lukas Wachten, Daniel Danger, Wilke Stroman, Mitglieder von Querbeat und die erweiterte Nachbarschaft wie Axel Molinski von der Volksbühne sowie Martin Schlüter vom Reissdorf am Hahnentor waren da. Sänger Gregor Meyle testete den eigenen Sauvignon Blanc, der auf der Karte steht.
Für den besonders emotionalen Moment sorgte Jahrhundertkölner Ludwig Sebus. Als Kasalla beim kurzen Unplugged-Set den Titel „Wenn ich ne Engel bin“ sang, übernahm der 100-Jährige seinen Part und sorgte für Gänsehaut und Jubelstimmung zugleich.

Nicht mehr zu übersehen. An der Aachener Straße 78 hat das Marie & Johann jetzt für die Gäste geöffnet.
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Anschließend wurde noch stundenlang weitergefeiert. Die Gäste konnten zudem die zahlreichen Speisen probieren, die im Marie & Johann angeboten werden. „Wir arbeiten sehr saisonal. Die Karte wird sich oft ändern. Wir legen bewusst einen großen Schwerpunkt auf vegane Gerichte, weil wir jeden Gast willkommen heißen wollen“, sagt Riekenbrauk.
Zudem nutzt der Hausherr sein regionales Lieferanten-Netzwerk mit einem Umkreis von maximal 100 Kilometern. „Wir bekommen Biofleisch aus der Eifel und verwenden absolut kein Convenience Food. Handwerklich gekochtes Essen hat natürlich seinen Wert“, sagt er. Ein 300-Gramm-Rumpsteak ist mit 29,90 Euro aber marktüblich.

Die Bierdeckel wurden von den Kasalla-Musikern gestaltet. Dieses Exemplar hat Flo Peil kreiert.
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Noch fehlt eine Faltwand im Lokal, mit der das Raum-in-Raum-Prinzip komplett umgesetzt werden kann. Denn künftig sind im Marie & Johann parallel zum Brauhaus-Betrieb auch Lesungen, Stand-up-Comedy oder Unplugged-Konzerte geplant. „Der Raum bietet sich auch für Screenings, Premierenfeiern und Release-Partys an“, sagt Campmann.
Bis Sonntag ist das Lokal aufgrund der Reservierungen zunächst ausgebucht. Vorerst sind die Öffnungszeiten mittwochs bis sonntags ab 17 Uhr. „Wir möchten gerne am Wochenende schon ab 12 Uhr öffnen, sind aber noch händeringend auf der Suche nach Küchenpersonal“, sagt Riekenbrauk.