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„Keine betriebsbedingten Kündigungen“
Stadt Köln will massiv bei Personalkosten sparen

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Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln, schwört die städtischen Beschäftigten auf einen Sparkurs ein.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) kündigt erhebliche Einsparungen im städtischen Personaletat an, verspricht aber, es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

Die Stadt Köln will in den nächsten Jahren bei den Personalkosten erhebliche Einsparungen erzielen. Nach Rundschau-Informationen hat Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) die städtischen Mitarbeiter am Mittwoch in einer Videobotschaft im Intranet auf Sparmaßnahmen eingeschworen. „Die Haushaltslage unserer Stadt ist dramatisch. Einen genehmigungspflichtigen Haushalt aufzustellen, wird eine Herkulesaufgabe. Es wird Enttäuschungen und Frust geben – in der Stadtgesellschaft und im Kollegium“, sagte er.

Im Doppelhaushalt 2027/2028 gelte es, drei Prozent Personalkosten einzusparen, betonte der OB. „Das wird in erster Linie durch Fluktuation oder altersbedingte Austritte gelingen. Bei diesen Stellen wird es keine Nachbesetzung geben, es sei denn, das Dezernat kann sie anderweitig kompensieren.“ Der OB unterstrich: „Wir planen keine betriebsbedingten Kündigungen.“

Stadt Köln will freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzen

In den Jahren 2027 bis 2029 erwartet die Stadt zusätzliche Haushaltsbelastungen in Höhe von insgesamt rund 700 Millionen Euro. Vergangenes Jahr erhöhte sich das Defizit von geplanten 399,3 auf voraussichtlich 581,8 Millionen Euro. Burmester betonte, man wisse bereits jetzt, „dass das 3-Prozent-Einsparziel nicht ausreicht, um die Personalaufwendungen im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Weitere Einsparungen werden wir weiter mit den Gremien erörtern, mit dem Gesamtpersonalrat und der Schwerbehindertenvertretung.“ Die Konsequenz werde aber nicht sein, „dass weniger Schultern die gleiche Arbeit stemmen müssen“. Es gehe darum, Aufgabenkritik zu betreiben. „Hier sind die Führungskräfte gefragt.“

Die Stadt Köln hatte im Vorjahr bereits bei den Sachkostenetats den Rotstift angesetzt. Im November verhängte sie eine Haushaltssperre bis zum Jahresende.