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Kippa ColoniaKundgebung gegen Antisemitismus – 150 Teilnehmer am Dom

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Klare Botschaft: „86 Veedel, kein Platz für Antisemitismus“ hieß es bei diesen Teilnehmern von „Kippa Colonia“.

Köln – Es seien zwei Dinge, die das Tragen einer Kippa auf der Domplatte schwierig machen, sagt Moderator Gerd Buurmann. Das eine sei der Wind, das andere der Antisemitismus. Dennoch haben am Donnerstagnachmittag etwa 150 Menschen die traditionelle jüdische Kopfbedeckung aufgesetzt, deutlich weniger als noch im April bei der Premiere von „Kippa Colonia“, einem öffentlich demonstrierten Zeichen gegen Fremdenhass und Anfeindungen von Juden.

Zeichen in den sozialen Netzwerken

Doch dieses Mal geht es den Organisatoren nicht so sehr um eine gut gefüllte Domplatte, sondern um ein Zeichen in den sozialen Netzwerken. Die Teilnehmer der Kundgebung sollen sich mit Kippa vor dem Dom fotografieren, ein Schild mit einer Friedensbotschaft in den Händen halten und dieses Bild später unter dem Hashtag „#kippacolonia“ im Internet verbreiten. „Dadurch sollen die Menschen weltweit sehen, wie solidarisch sich die Kölner zeigen“, sagt Buurmann.

Ein Demonstrant lässt eine bunte „Peace“-Fahne im Wind wehen, ein anderer trägt eine israelische Flagge. „Wenn ’Du Jude’ wie selbstverständlich auf Schulhöfen als Schimpfwort verwendet wird, läuft etwas schief“, gibt Helge Gilberg, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Köln, zu bedenken.

Bürgermeister Hans-Werner Bartsch (CDU) verweist auf die Zunahme antisemitischer Straftaten – 324 Fälle wurden voriges Jahr in Nordrhein-Westfalen angezeigt. „Das macht uns Sorgen“, meint Bartsch, denn in Köln leben Menschen aus 180 Nationen. Für die Kundgebung hatte die Synagogengemeinde Köln reichlich Kippas zur Verfügung gestellt.