Köln – „Hier ist wieder Max, der Koch!“ heißt es zu Beginn jedes Youtube-Videos von Max Krogull. Dann zeigt er, wie man Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn oder auch mal einen Burger zubereitet. Amateurvideos sind das nicht, der 19-Jährige weiß, was er tut: Er steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Koch in „Gruber’s Restaurant“ in Köln.
Krogull ist Jugend-Stadtmeister
Vor Kurzem hat Krogull die Jugend-Stadtmeisterschaft der Dehoga gewonnen, mit gebackenem Perlhuhn an Rosmarinjus, Pastinaken und Kartoffelpüree im Hauptgang. Über sechs Stunden lang kochte er im Maritim-Hotel Seite an Seite mit neun weiteren jungen Köchen, die sich im Vorentscheid bei der theoretischen Prüfung durchgesetzt hatten. „Die Leute von dem Tisch, den ich bekochen musste, kamen nach dem Essen in die Küche und klatschten. Später sagte mir der Prüfer, dass ich 100 von 100 Punkten bekommen hatte“, erzählt er.
Gerade wird sein Name auf den Wanderpokal graviert. Damit wird er in einer Reihe mit seinem Vorbild Julia Komp stehen. Die Kölner Köchin gewann den Pokal während der Ausbildung gleich mehrfach, mittlerweile ist sie Küchenchefin im Schloss Loersfeld.
Youtube-Klicks als Motivation
Jetzt macht der Azubi erst einmal Urlaub, dann geht es mit den nächsten Wettbewerben weiter. Er hat sich mit dem Sieg für die Landesmeisterschaft qualifiziert, aber das ist nicht alles: „Wenn ich wieder mehr Zeit habe, will ich auch noch mehr Videos drehen.“ Motiviert durch die positiven Rückmeldungen von Freunden und Bekannten, hofft er auf mehr als die bisherigen 600 Klicks. Die Videos dreht er in der Küche seiner Eltern, wenn er frei hat. Für die Wettbewerbe darf er sich im Restaurant vorbereiten. Inhaber Franz Gruber unterstützt den engagierten Azubi: „Es ist toll, wenn ein junger Mensch so viel Spaß an seinem Beruf hat. Ich fördere das natürlich gerne, auch vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Jugendliche gibt, die sich für die Branche interessieren.“
Nach dem Ende der Ausbildung will Max Krogull auch bei internationalen Wettbewerben starten: „Die sind dann ohne den blöden Theorieteil“, lacht er.
