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Ermittlungen in Köln
16-Jährige mit Roboter belästigt – Polizei sichtet Videos und kritisiert Kommentare

2 min
Roboter in Köln beschlagnahmt

Der beschlagnahmte Roboter.

In Köln soll ein Mädchen von einem Roboter sexuell belästigt worden sein. Es gibt mehrere Videos. Die Polizei hat auch selbst Aufnahmen.

Die Kölner Polizei ermittelt weiter wegen eines Roboters, der ein 16-jähriges Mädchen sexuell belästigt haben soll. Szenen davon kursieren im Internet. Zudem spielte sich das Ganze nach dpa-Informationen in einem Bereich ab, der von der Kölner Polizei mit Kameras überwacht wird. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass Bildmaterial ausgewertet werde.

Die 16-Jährige hatte sich in der Nacht zum Sonntag mit zwei Freundinnen vor einem Schnellrestaurant am Hohenzollernring aufgehalten, als sich der rot-goldene Roboter von hinten näherte. Der 16-jährige Besitzer des Geräts aus Wegberg und sein 19-jähriger Begleiter sollen den Vorfall laut Polizei gefilmt, live in sozialen Medien übertragen und moderiert haben.

Streamer wehren sich – mehrere Videos im Internet

Einer der Streamer hat inzwischen bei TikTok einen kurzen Ausschnitt des Geschehens hochgeladen und behauptet, der Roboter sei einem Mann ausgewichen und nur aus Versehen in eine junge Frau hineingelaufen.

In längeren Videos der Situation ist im Internet aber auch zu sehen, wie der Roboter nach der Kollision mit einer jungen Frau Masturbations- und Sex-Bewegungen vorführt. Von „Stoßbewegungen“ hatte auch die Polizei berichtet. Sie ermittelt nun wegen des Verdachts der Beleidigung auf sexueller Grundlage.

Entscheidend könnte laut Polizei sein, ob die Begleiter den Roboter gesteuert haben. Tatsächlich wirbt der Hersteller damit, dass der Roboter, der rund 5.000 Euro kostet, eigenständig agiert. Man könne dem Gerät aber Bewegungen beibringen, indem man sie ihm vorführt.

Kölner Polizei kritisiert „Kommentare absolut unter der Gürtelinie“

Die Kölner Polizei äußerte sich indes am Dienstag auch zu Debatten im Netz, die derzeit über den Fall geführt werden. „Die Freiheit eines jeden Einzelnen zu respektieren, das sollte immer im Vordergrund stehen“, betont ein Beamter in einem Video auf der Plattform Facebook.

„Manche Kommentare sind absolut unter der Gürtellinie“, heißt es weiter von einer Kollegin. „Wer solche Situationen teilt, weiterschickt oder sich darüber lustig macht, der verstärkt oft die Grenzüberschreitung“, betont die Polizistin in dem Video.

Es sei zwar nicht jeder Kommentar in den sozialen Netzwerken strafrechtlich relevant, viele Beiträge seien jedoch „nicht in Ordnung“, heißt es weiter. „Man sollte sich immer die Frage stellen, was es mit den Betroffenen macht“, führt die Beamtin aus und fügt hinzu: „Wir wollen an der Stelle nicht den moralischen Zeigefinger heben, aber sollte sich die Position vom Wochenende bestätigen, war es mindestens eine Grenzüberschreitung.“ (dpa/das)