SchulplatzmangelAn diesen weiterführenden Schulen gab es die meisten Ablehnungen

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Auf einem Protestplakat wird ein Gesamtschulplatz gefordert.

Auch wenn dieses Jahr der große Aufschrei wegen einer Ablehnung ausblieb, gab es in vielen Familien lange Gesichter bei der Vergabe von Plätzen auf einer weiterführenden Schule.

Besonders in Köln-Mülheim fehlen dieses Jahr Gesamtschulplätze. Das geht aus einer Statistik der Verwaltung hervor.

Wer sein Kind in diesem Jahr auf eine Gesamtschule im Stadtbezirk Mülheim schicken wollte, hatte es besonders schwer. 277 angemeldete Kinder erhielten in Mülheim zum Schuljahr 2024/25 keinen Platz an dieser Schulform. Damit hält der Bezirk stadtweit einen traurigen Rekord. Diese Zahl geht aus einer Aufstellung des Amts für Schulentwicklung hervor, die für den Schulausschuss am Montag vorlag. 

Unter den vier Gesamtschulen im Stadtbezirk Mülheim musste die Willy-Brandt-Gesamtschule mit einer Gesamtzahl von 139 die meisten Ablehnungen aussprechen. In Chorweiler musste die Heinrich-Böll-Gesamtschule in diesem Jahr 108 Anmeldungen ablehnen. In Nippes gingen 73 angehende Fünftklässler, die auf eine Gesamtschule wollten, leer aus.

Run auf das Schiller-Gymnasium

Beim Blick Richtung Gymnasium lässt sich feststellen, dass es erhebliche Unterschiede bei der Beliebtheit gibt. Besonders beliebt ist offensichtlich das Schiller-Gymnasium in Sülz. Auf 120 Plätze kamen hier 177 Anmeldungen, 57 Kinder gingen also leer aus.

Im Detail sollen die Anmelde-Zahlen sowie die gesamte Schulentwicklungsplanung in einer Sondersitzung des Schulausschusses am 26. Juni diskutiert werden. Dabei wird auch eine mögliche  Umwandlung der Kurt-Tucholsky-Hauptschule in eine Gesamtschule auf der Tagesordnung stehen.

Die Verwaltung teilte mit, dass sich der Neubau eines Interims für ein weiteres  Gymnasium in Porz um ein Jahr verzögern wird. Der Investor habe mitgeteilt, dass die Fertigstellung erst zum zweiten Quartal 2026 möglich sei.

Bestürzung wegen gestiegener Queerfeindlichkeit

Für Bestürzung unter den Mitgliedern des Ausschusses für Schule und Weiterbildung sorgte eine Studie der Kölner Jugendeinrichtung Anyway. Darin beklagte ein Großteil der 414 befragten Kölner Schülerinnen und Schüler, dass die Feindlichkeit gegen queere Menschen in der Schule zugenommen habe. Rund 55 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Opfer von verbaler Gewalt in ihrer Schule werden. Auch Lehrkräfte hätten sich häufig abfällig über schwule, lesbische oder transsexuelle Menschen geäußert. Fast 40 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Aufklärungsarbeit an Schulen.

Angesichts des Parteitags, den die AfD am kommenden Sonntag, 16. Juni, im Gebäude des Gymnasium Neue Sandkaul in Widdersdorf durchführen will, stellten sich die Ausschussmitglieder hinter den Protest von Eltern und Anwohnern. Diese hatten bereits mehr als 10.000 Unterschriften gegen den Parteitag gesammelt. Auch eine Demonstration gegen den Parteitag im Schulgebäude ist geplant. 

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