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WiderstandskämpferinArbeitskreis sucht neuen Standort für Stele für Freya von Moltke

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Hannelore Bartscherer und Walter Ludwigs vom „Arbeitskreis Freya von Moltke“ bei der Neuinstallation der Stele am 8. Mai 2025. (Archivfoto)

Hannelore Bartscherer und Walter Ludwigs vom „Arbeitskreis Freya von Moltke“ bei der Neuinstallation der Stele am 8. Mai 2025.

Freya von Moltke setzte sich gegen den Nationalsozialismus ein. Eine Stele zu ihrem Gedenken am Hauptbahnhof wurde mehrfach beschädigt.

Fast 15 Jahre lang erinnerte auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs eine Stele an Freya von Moltke, die bekannte Widerstandskämpferin während der Nazi-Zeit. Die Tafel stand vor dem Deichmannhaus, in dessen Vorgängerbau von Moltke 1911 als Tochter des Bankiers Carl Theodor Deichmann geboren worden war. Doch seit einem Jahr ist nichts mehr zu sehen von der eingefassten Tafel mit dem Wahlspruch von Moltkes: „Es lohnt sich immer, etwas zu tun, was man nicht für sich tut. Das ist auf dieser Erde fast für jeden zu finden.“

Laut Georg Dietlein, Vorsitzender des „Arbeitskreises Freya von Moltke“, fiel die Stele im August 2025 Vandalismus zum Opfer. Von einem politischen Anschlag geht er nicht aus. Dazu polarisiere die 2010 verstorbene Juristin und evangelische Christin zu wenig. Außerdem wäre der Erinnerungsort dann noch stärker in Mitleidenschaft gezogen worden. Denkbar sei etwa, dass Fußballfans die Stele an dieser stark frequentierten Ecke von Bahnhofsvorplatz und Trankgasse beschädigten. Reste der Stele hat der Hausmeister des Deichmannhauses gerettet.

Freya von Moltke gründete zusammen mit ihrem Mann Helmuth James von Moltke den „Kreisauer Kreis“, eine konspirative Gruppe Hochgebildeter, die sich auf dem Gut Kreisau in Schlesien traf und sich auch Gedanken über ein demokratisches Deutschland nach dem Ende der NS-Tyrannei machte. Helmuth James von Moltke wurde 1944 verhaftet und zum Tode verurteilt. Freya von Moltke setzte sich nach dem Krieg für die deutsch-polnische Verständigung ein und starb mit 99 Jahren. „Sie war für die deutsche und europäische Geschichte eine bedeutende Person“, so Ulrich S. Soénius, Kuratoriumsmitglied der Freya von Moltke-Stiftung.

Erste Stele mehrmals beschädigt

Der Arbeitskreis aus Aktiven der katholischen und evangelischen Kirche stellte 2011 anlässlich von Moltkes 100. Geburtstag zum ersten Mal eine Stele am Deichmannhaus auf. Das Projekt stand von Anfang an unter schwierigen Vorzeichen. Weil der damalige Besitzer der Immobilie eine Montage an der Außenmauer untersagte, musste die Tafel mit einigem Abstand zum Gebäude auf städtischem Grundstück aufgestellt werden, wo sie immer wieder ramponiert wurde. Erst beschädigte ein AWB-Fahrzeug die Arbeit des Künstlers Christian Bauer, die damals noch aus Glas bestand und daraufhin erneuert werden musste. Dann, nach einer weiteren Beschädigung, stellte der Arbeitskreis am 8. Mai 2025 eine Variante aus eloxiertem Aluminium auf, das eigentlich haltbarer sein sollte.

Als auch sie kurz danach beschädigt wurde, fragte der Arbeitskreis die Stadt an, ob eine neue Tafel an einem der viereckigen Leuchtkörper auf dem Bahnhofsplatz angebracht werden könne. Dies lehnte Mobilitätsdezernent Ascan Egerer in einem Schreiben, das dieser Redaktion vorliegt, mit der Begründung ab, die Rhein-Energie bräuchte den „uneingeschränkten Zugang“ zu einer Revisionsöffnung: „Trotz Abstimmung mit und intensiver Prüfung durch verschiedene städtische Dienststellen konnte leider keine andere umsetzbare Lösungsmöglichkeit gefunden werden“, so der Dezernent weiter.

„Ich hätte mir kreativere Einwände vorstellen können“, sagt Georg Dietlein. Die Stele hätte schließlich nur eine Seite der Beleuchtung in Anspruch genommen. Schade sei auch, dass die Stadt kein Angebot unterbreitet habe, über Alternativen nachzudenken. Der Arbeitskreis sucht nun weiter nach einem geeigneten Standort, der weniger anfällig für Sachbeschädigungen ist. „Am besten wäre eine Tafel direkt am Haus, dann würde auch nicht passieren, was passiert ist“, so Ulrich S. Soénius. Vor einigen Jahren hatte er sich für die Umbenennung des Bahnhofsvorplatzes in Freya-von-Moltke-Platz eingesetzt. Der Antrag wurde von der Bezirksvertretung abgelehnt.

Erstmals in diesem Jahr lobt der „Arbeitskreis Freya von Moltke“ in diesem Jahr einen Freya-von-Moltke-Preis aus. Bewerben können sich bis zum 17. Oktober junge Menschen, die in Köln und Umgebung Projekte im Bereich zivilgesellschaftliches Engagement oder Partizipation realisieren.

www.freya.koeln