Ab Anfang September sind erste Winterdienstfahrzeuge in Köln unterwegs – was es mit ihnen auf sich hat und warum das ein Muss ist.
Warum eigentlich?Für den Winterdienst wird in Köln im Sommer trainiert

Bis es so in Köln aussieht (wenn denn überhaupt Schnee fallen sollte), dauert es noch. Winterdienstfahrzeuge sind bis dahin dennoch schon im Kölner Stadtbild zu sehen (Archiv)
Copyright: Matthias Heinekamp
Um die 20 Grad Celsius warm soll es – Stand jetzt – in den ersten September-Tagen werden. Weit entfernt von brüllend heiß, aber auch ganz weit entfernt von bitterkalt. Und doch können aufmerksame Kölnerinnen und Kölner ab der kommenden Woche bereits erste Winterdienstfahrzeuge in der Stadt sehen, komplett ausgestattet mit Schneepflug und Streuteller.
Die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) erklären, was es damit auf sich hat: „Was auf den ersten Blick irritiert, ist Teil eines gezielten Trainingsprogramms, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt“, heißt es. Denn: Jeder Fahrer muss, wenn es schneit und eisig ist und dunkel oder neblig, sein Fahrzeug und seine Strecke ganz genau kennen.
Training auf dem Nürburgring
Die Technik der Winterdienstfahrzeuge ist komplex. Den Umgang damit erlernen AWB-Mitarbeitende sogar mit Fahrsicherheitstrainings, und zwar nicht irgendwo, sondern auf dem Nürburgring.
Im vergangenen Jahr ist die AWB-Fahrzeugflotte modernisiert worden: 14 neue Fahrzeuge, dauerhaft mit Streu- und Sprühanlagen sowie Tanks ausgestattet und ausschließlich für den Winterdienst vorgesehen. Während normale Reinigungsfahrzeuge erst umgerüstet werden mussten, sind diese Fahrzeuge sofort einsatzbereit, sobald der Winterdienst startet. Das spart wertvolle Zeit.
Doch Technik und Bedienung sind nur das eine. Hinzu kommt, dass sich in Köln – wie in jeder Großstadt – laufend Dinge ändern. Baustellen kommen hinzu, es gibt neue Verkehrsführungen, Straßen werden umgestaltet – und das hat Auswirkungen auf die Routen des Winterdienstes.
Diese werden im Vorfeld abgefahren und geprüft, unter anderem auf Engstellen, die dem Winterdienstfahrzeug Probleme bereiten könnten. Im Nachgang werden dann, so die AWB, bestehende Pläne aktualisiert, damit im Winter nichts überraschend kommt und man dann spontan reagieren muss.
„Im Winter haben wir keine Zeit, lange zu überlegen oder Risiken einzugehen – da muss jeder Griff und jede Kurve sitzen. Deshalb fahren wir die Strecken jetzt schon ab, damit sie im Kopf sind. Wenn’s glatt wird, läuft das wie von selbst“, sagt auch Turan Oguz, Betriebshofleiter der Stadtreiniger bei der AWB.
Sobald die Temperaturen auf zwei Grad Celsius sinken, beginnt der Winterdiensteinsatz. Im Fokus stehen Hauptverkehrsstraßen, Radwege und Bushaltestellen – vor allem Schulbushaltestellen, an denen Sicherheit oberste Priorität hat.
Eingeteilt ist der maschinelle Winterdienst in Köln in drei Stufen: In Stufe 1 werden rund 1900 Kilometer verkehrswichtige Straßen, Rheinbrücken und -zufahrten, große Ein- und Ausfallstraßen geräumt und gestreut. Hinzu kommen rund 150 Kilometer Radwege und Verbindungen. Stufe 2 widmet sich rund 600 Kilometern Verbindungs- und Zufahrtstraßen zu Wohngebieten in Köln plus weiteren 350 Kilometern Radwegen. In Stufe 3 stehen 500 Kilometer Straßen in Wohngebieten, selbst im Zentrum. (gro)
