Das Feuer im Gewerbegebiet in Bickendorf hat nicht nur die „Wilde Horde“ schockiert. Den Besitzer der Immobilie trifft der Schaden sehr.
„Es ist Wahnsinn“Besitzer berichtet von Feuer-Inferno bei der „Wilden Horde“ in Köln
Berühmt und berüchtigt: Für die „Wilde Horde“, die bekannteste Ultragruppierung unter den Fans des 1. FC Köln, hat Robert Lülsdorff (79) Verständnis: „Alle jungen Leute testen mal ihre Grenzen aus. Das haben wir früher auch gemacht. Die haben sich hier immer anständig und korrekt benommen.“ Sagt es und blickt auf das, was durch das Feuer am Wochenende geworden ist aus seiner Gewerbeimmobilie, in der drei Werkstätten untergebracht waren und im Dachgeschoss das Köln-Quartier der „Wilden Horde“.
Seit 35 Jahren betreibt der aus Rösrath stammende Vermieter die Immobilie im Gewerbegebiet an der Vogelsanger Straße in Bickendorf, er sagt, sie sei seine Existenz. Die Halle rechterhand müsse abgerissen werden, „hier war das Feuer heftiger.“ Die restlichen Ateliers sind jedenfalls unbrauchbar, also auch nicht zu vermieten, ein Totalschaden. Der Ort ist zum Schauplatz von Sachverständigen, Versicherungsmenschen und Ermittlern geworden.
In der kleinsten von drei Kfz-Werkstätten brach das Feuer aus
Ausgangspunkt des Großfeuers war die mittlere von drei Kfz-Werkstätten, die kleinste, in der nur ein Fahrzeug Platz findet. In einem Video, das auf TikTok kursiert und vor Ort aufgenommen wurde, heißt es radebrechend: „Man wollte nur ein Loch schweißen, danach geht ein Funke geht in den Tank beim Auto in 1 Sekunde in der Luft.“

Robert Lülsdorff ist der Besitzer der vom Feuer zerstörten Gewerbeimmobilie im Gewerbegebiet an der Vogelsanger Straße 380.
Copyright: Ayhan Demirci
Der Betreiber der benachbarten Werkstatt hat das Feuer erlebt, er habe geholfen und versucht, mit Wasser zu löschen, aber vergeblich. Rasend schnell sei dann alles gegangen. Auch er, Vater einer zweiköpfigen Familie, wisse jetzt nicht, wie es weitergehen soll. Er hatte die Werkstatt erst vor sechs Monaten übernommen.
Vom Werkstattchef, der für das Feuer zumindest mitverantwortlich ist, fehle seit dem Unglück jede Spur, heißt es vor Ort. Vermieter Robert Lülsdorff sagte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass er das Mietverhältnis vor dem Vorfall wegen säumiger Zahlungen zumindest mündlich bereits gekündigt hatte, eine schriftliche Kündigung sollte folgen. In diesem Licht erscheint das Feuer dann auch noch mal anders.

Hier sind die drei Werkstätten zu sehen, in der kleinen in der Mitte brach das Feuer aus und griff auf die Nachbargebäude über. Über der Werkstatt links: Das Hauptquartier der „Wilden Horde“.
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Lülsdorff sagt: „Es ist Wahnsinn, dass es so schnell ging. Deshalb ist man ja auch ein bisschen nachdenklich, wie das überhaupt passieren konnte, war es Unachtsamkeit oder doch was anderes? Andererseits: So ein Auto ist innendrin knochentrocken. Wenn die am Boden schweißen, da sind die Polster, da ist der Dreck, da kann es dann so kommen.“ Er müsse jetzt sehen, „dass das schnellstens wieder in Ordnung kommt hier, sonst kann ich mich verabschieden, dann hat sich das erledigt. Ich habe nur das hier.“
Die „Wilde Horde“ sei vor etwa zehn Jahren eingezogen. Ein FC-Sammelsurium sei das gewesen, zu den Spieltagen hätten sie in den Räumlichkeiten an der Erstellung von Fan-Material wie etwa Bannern gearbeitet. Eine angrenzende Terrasse mit mehreren Campingstühlen ist vom Feuer unbeschadet geblieben. Fraglich, ob und wann es eine Rückkehr geben kann. Nach weiteren Prüfungen wird entschieden werden, ob auch der Komplex abgerissen werden muss.
